Wien, 28. April 2026 – Ein bedeutendes Treffen fand kürzlich in der Wiener Hofburg statt: Erzbischof Josef Grünwidl wurde erstmals seit seiner Amtsübernahme im Jänner von Bundespräsident Alexander Van der Bellen empfangen. In einer „ausgesprochen guten und vertrauensvollen Atmosphäre“ sprachen die beiden über die Herausforderungen und Chancen, die die Gesellschaft derzeit prägen. Erzbischof Grünwidl, der von Papst Leo XIV. zum neuen Erzbischof von Wien ernannt wurde und die Nachfolge von Kardinal Christoph Schönborn antritt, äußerte seine Wertschätzung für den Bundespräsidenten und betonte, dass beide das gemeinsame Ziel teilen, Hoffnung und Zuversicht in der Gesellschaft zu stärken. Diese Botschaft ist besonders in der heutigen Zeit von großer Bedeutung.
Van der Bellen reagierte positiv auf das Treffen und hob die Rolle von Vermittlern für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervor, insbesondere in schwierigen Zeiten. Bereits zuvor hatten Grünwidl und Van der Bellen mehrere Begegnungen, darunter ein erstes persönliches Kennenlernen am 13. März des Vorjahres. Das aktuelle Gespräch zeigt, dass der Dialog zwischen Kirche und Staat von zentraler Bedeutung ist, um gemeinsame Werte zu fördern und die Gesellschaft zu stärken.
Reaktionen auf die Ernennung von Erzbischof Grünwidl
Die Ernennung von Erzbischof Grünwidl wurde von verschiedenen politischen und kirchlichen Vertretern in Österreich positiv aufgenommen. Bundespräsident Van der Bellen gratulierte ihm und wünschte ihm alles Gute für seinen Dienst. Auch Kultusministerin Claudia Plakolm lobte Grünwidl für seine langjährige Erfahrung in der Seelsorge und sein Engagement für die Einheit der Christen. Bundeskanzler Christian Stocker äußerte seine Freude über die Ernennung und wünschte Grünwidl Kraft und Zuversicht für seine Aufgaben.
Wiener Bürgermeister Michael Ludwig bezeichnete ihn als besonnenen und weltoffenen Seelsorger und betonte die gute Zusammenarbeit mit ihm. Missio Österreich gratulierte ebenfalls und wünschte Grünwidl viel Kraft und Gottes Segen für seine neuen Aufgaben. Pater Karl Wallner von Missio Österreich hob hervor, dass Grünwidl die Erzdiözese Wien gut kenne und als empathischen Seelsorger geschätzt werde. Diese positiven Rückmeldungen verdeutlichen, wie wichtig die Rolle des Erzbischofs für die Gesellschaft ist.
Kirche im Dialog: Eine wichtige Initiative
Ein zentrales Anliegen von Erzbischof Grünwidl könnte auch der Bereich „Kirche im Dialog“ sein, der im Rahmen der Umstrukturierung der Erzdiözese Wien entstanden ist. Dieser Bereich, der dem Pastoralamt zugeordnet ist, widmet sich dem interkulturellen und interreligiösen Dialog sowie der Ökumene. Die Initiative hat sich das Ziel gesetzt, Räume für Begegnungen und Dialog zu schaffen, um den Herausforderungen und Möglichkeiten der religiösen und weltanschaulichen Vielfalt in der Gesellschaft zu begegnen.
Der Bereich besteht seit 2020 in seiner jetzigen Form und bietet eine Anlaufstelle für die Auseinandersetzung mit religiöser und weltanschaulicher Pluralität. Zu den Aktivitäten gehören Vorträge und Workshops zu interkulturellen und interreligiösen Themen sowie die Organisation von Begegnungen zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um Kompetenzen im Umgang mit Vielfalt zu vermitteln und die Vernetzung zwischen den Religionsgemeinschaften zu fördern. Die Leitung des Bereichs obliegt Stefan Lorger-Rauwolf, während Mag. Elisabeth Palugyay als Referentin tätig ist.
Die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat sowie die Initiativen zur Förderung des Dialogs sind daher nicht nur zeitgemäß, sondern auch unerlässlich, um den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu stärken und die Menschen in einer zunehmend komplexen Welt zu erreichen. Dies könnte auch eine wichtige Aufgabe für Erzbischof Grünwidl in seiner neuen Funktion sein.