Nico Marchetti tritt als Generalsekretär der ÖVP zurück
Wien-Favoriten, 10. Juli 2026 – Ein bisschen überraschend kam die Nachricht schon: Nico Marchetti, der seit 2025 als Generalsekretär der ÖVP fungierte, hat seinen Rückzug angekündigt. Er wird sein Amt Ende Juli niederlegen. Marchetti hat sich in seiner Zeit in dieser Rolle stark auf die interne Organisation der Partei konzentriert, während Bundeskanzler und ÖVP-Chef Christian Stocker sich mehr um die Wählerschaft kümmern konnte. Die Position des Generalsekretärs gilt in der ÖVP als äußerst wichtig und häufig als Karrieresprungbrett, was nicht zuletzt an den Erfolgen früherer Amtsinhaber wie Gernot Blümel oder Peter McDonald liegt. Auch in anderen Parteien, wie der FPÖ oder SPÖ, haben Generalsekretäre bedeutende politische Karrieren hingelegt.
Die Herausforderungen für Marchetti waren nicht ohne. Er äußerte oft scharfe Kritik an der FPÖ und den Regierungspartnern, obwohl es ihm schwerfiel, innerhalb der eigenen Reihen effektiv zu arbeiten. Die Rolle erfordert ein hohes Maß an Vernetzung, Verhandlungsgeschick und Geduld. Maria Rauch-Kallat, eine frühere Generalsekretärin der ÖVP, nannte die Position sogar „undankbar“, da Erfolge meist dem Parteichef zugeschrieben werden, während Misserfolge auf den Generalsekretär zurückfallen.
Nico Marchetti: Eine kurze Biografie
Marchetti, geboren am 19. Februar 1990 in Wien, hat eine interessante Karriere hinter sich. Bevor er Generalsekretär wurde, war er bereits seit 2017 Abgeordneter zum Nationalrat und Bildungssprecher der ÖVP. Er wuchs in Wien-Favoriten auf und besuchte zunächst ein lokales Gymnasium, bevor er zur Vienna Business School wechselte und dort maturierte. Seine politische Laufbahn startete früh: Als Jugendlicher wurde er für die Schülerunion zum Landes- und Bundesschulsprecher gewählt. Unter seiner Amtszeit fand sogar ein großer Schülerstreik statt, an dem bis zu 60.000 Demonstranten teilnahmen! Das zeigt, dass er schon in jungen Jahren eine Stimme hatte, die gehört wurde.
Privat hat Marchetti ebenfalls einige spannende Lebensentscheidungen getroffen. Er lebt im Sonnwendviertel und studiert an der Wirtschaftsuniversität Wien. 2025 heiratete er seinen Lebensgefährten und ist bekennend homosexuell. Das ist in der Politik nicht immer einfach, aber Marchetti scheint zu zeigen, dass man auch als Politiker authentisch sein kann. Er plant nun, ein zweites Standbein außerhalb der Politik aufzubauen, bleibt aber Bezirkschef in Wien-Favoriten.
Ein neuer Generalsekretär für die ÖVP
Markus Gstöttner wird als Nachfolger von Marchetti vorgestellt. Er steht vor der Herausforderung, die verschiedenen Parteigruppen zusammenzuhalten und die ÖVP kampagnenfähig zu machen. Diese Aufgabe ist nicht zu unterschätzen, denn die interne Dynamik in einer politischen Partei kann manchmal wie ein Drahtseilakt wirken. Der Generalsekretär wird oft als „verlängerter Arm des Bundesparteiobmanns“ beschrieben. Das bedeutet, dass Gstöttner nicht nur die internen Abläufe managen, sondern auch die strategische Ausrichtung der Partei im Wahlkampf beeinflussen muss.
Die Position erfordert eine Menge an Fähigkeiten und Nervenstärke. Es ist kein Job für schwache Gemüter, wie man so schön sagt. Die Arbeitswoche kann schnell mal 15 Stunden umfassen, und die Aufgaben sind so vielfältig wie die politischen Herausforderungen, die auf die ÖVP zukommen könnten. In den letzten Jahren hat die politische Kommunikation stark zugenommen. Die Bedeutung von Pressemitteilungen und die Rolle der Generalsekretäre in diesem Prozess bleibt zentral, wie auch die Zahlen zeigen: In den ersten drei Juni-Wochen 2023 gab es 17 Aussendungen von Christian Stocker und 11 von Klaus Seltenheim.
Die Zukunft der ÖVP wird spannend. Die bevorstehenden Wahlen und die Herausforderungen, die mit dem Generationswechsel einhergehen, werden die politische Landschaft prägen. Ein Blick auf die Vergangenheit zeigt, dass die Rolle des Generalsekretärs oft der Startpunkt für eine größere Karriere in der Bundespolitik ist. Die nächste Zeit wird zeigen, wie sich das unter Gstöttners Führung entwickeln wird.
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