Heute ist der 7.06.2026 und in Wien-Floridsdorf gibt es einen besonderen Anlass, über die Situation von Straßenkindern und deren Chancen im Leben zu sprechen. Moise, ein ehemaliges Straßenkind aus Bukarest, hat sich auf den Weg gemacht, um in einem kleinen Raum in Marpod, Rumänien, über die Notwendigkeit zu referieren, auf die Schwachen zu achten. Er ist nicht allein, denn die Messe wird von einem anderen rumänischen Straßenkind geleitet. Es ist beeindruckend zu sehen, wie diese jungen Menschen die Stimme für andere erheben.
In Wien setzt sich Ignatius Sutel, ein Priester und ebenfalls ehemaliges Straßenkind, seit zwei Jahren unermüdlich in der Pfarre Floridsdorf für die Belange von Benachteiligten ein. Auch er hat seine Wurzeln in einem Leben, das alles andere als einfach war. In seiner Predigt betont Moise die Wichtigkeit, dass das Leben einen Wert für die Ewigkeit hat, wenn man sich für andere einsetzt. Diese Botschaft ist nicht nur eine leere Floskel—es ist ein Lebensmotto, das viele aus der Gemeinschaft inspiriert.
Hintergrund und Initiativen
Georg Sporschill, ein Jesuitenpater, ist eine Schlüsselfigur in dieser Bewegung. Er gründete in den 1980er Jahren die Obdachlosenhilfe „Canisibus“ in Wien und hat vor über 30 Jahren damit begonnen, Kinder aus den Straßen und Kanälen Bukarests aufzusammeln. Diese Initiative hat nicht nur vielen Kindern ein neues Leben ermöglicht, sondern auch die Grundlage für das Sozialprojekt Elijah gelegt, das seit 2012 für vergessene Roma-Kinder in Siebenbürgen arbeitet. Rund 1.000 Menschen werden im Projekt Elijah betreut, darunter Babys, Kinder und Studierende, und das Ziel ist es, diesen Menschen eine Zukunft zu ermöglichen, in der sie in ihre Dörfer zurückkehren können.
Die Unterstützung für solche Projekte ist unverzichtbar. Das Stift Klosterneuburg hat bereits 890.000 Euro für die Projekte von Elijah gespendet. Dennoch steht das Projekt vor finanziellen Herausforderungen, da zwei Millionen Euro benötigt werden, um die laufenden Kosten zu decken. In der letzten Zeit hat die Spendenbereitschaft abgenommen, was in Anbetracht der weit verbreiteten Probleme wie Alkoholismus und Gewalt gegen Frauen und Kinder in der Region alarmierend ist. Ignatius Sutel und sein Team sind täglich für Hilfe und Gespräche bereit, und ihre emotionale Unterstützung ist für viele unentbehrlich.
Positive Entwicklungen und Vorbilder
Es gibt jedoch auch Lichtblicke. In der Roma-Siedlung Tichendeal zeigen sich positive Entwicklungen. Vassili, ein ehemaliges Kind des Projekts, dient nun als Vorbild für andere Kinder. Auch Maria-Minodora und Daniel, beide ehemalige Kinder des Projekts Elijah, haben sich zu Pädagogen entwickelt und fungieren als inspirierende Figuren für die nächste Generation. Ihre Geschichten sind ein Beweis dafür, dass mit der richtigen Unterstützung und der Bereitschaft, sich für andere einzusetzen, viel erreicht werden kann.
Die Arbeit der Don Bosco Organisation ergänzt diese Initiativen. Unterstützt werden Projekte der Salesianer Don Boscos, die auf jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken können. Es wird auf dritte Partner verzichtet, was mehr Kontrolle, Transparenz und eine höhere Betreuungsqualität für Jugendliche bedeutet. Die Don Bosco Pädagogik stellt Jugendliche in den Mittelpunkt und verfolgt das Ziel, langfristige Selbstermächtigung zu fördern.
Die Herausforderungen sind groß, aber die Hoffnung auf eine bessere Zukunft bleibt stark. Projekte wie Elijah und die Initiativen von Don Bosco sind entscheidend, um Kindern in Krisengebieten, wie der Ukraine oder dem Südsudan, eine Perspektive zu bieten. Es gibt noch viel zu tun, aber die Menschen, die sich engagieren, geben nicht auf.
