Neues Stadtentwicklungskonzept in Wien: Nordwestbahnhof wird zur grünen Oase
Wien-Floridsdorf – Die Hitzewelle in Wien hat uns in den letzten Tagen ordentlich zu schaffen gemacht. Temperaturen um die 40 Grad – das ist nicht ohne! Doch eine aktuelle Studie des Austrian Institute of Technology (AIT), die im Auftrag der ÖBB durchgeführt wurde, bringt Licht ins Dunkel. Es geht um das Mikroklima im Nordwestbahnhof-Areal im 20. Bezirk. Ein spannendes Projekt, das nicht nur das Stadtbild verändern, sondern auch die Lebensqualität der Anwohner erheblich verbessern könnte.
Im Fokus steht die Entwicklung dieses Areals, das sich zwischen Donau und Donaukanal erstreckt und einst als Güterumschlagplatz diente. Ziel ist es, durch Begrünung, Entsiegelung und eine gezielte Freiraumgestaltung die Hitzebelastung zu reduzieren. Die „Grüne Mitte“ wird das Herzstück des neuen Stadtteils, der etwa 10 Hektar groß sein soll. Hier sind mehr als 2.200 neue Bäume, großzügige Freiräume und entsiegelte Flächen geplant. Diese Maßnahmen könnten die nächtliche Temperatur im Gebiet um etwa 1 °C senken und sogar lokal bis zu 2,5 °C erreichen. Damit würde sich nicht nur die Aufenthalts- und Schlafqualität der Menschen verbessern, sondern auch die Gesundheit profitiert.
Ein Ort für alle
Der Nordwestbahnhof zählt zu den größten innerstädtischen Stadtentwicklungsgebieten Wiens. Bis 2035 sollen hier ca. 16.000 Menschen wohnen, und es werden rund 4.700 Arbeitsplätze geschaffen. Beeindruckend: Rund 60 % der Wohnungen sind als geförderter Wohnbau geplant. Das bedeutet, dass nicht nur Besserverdienende hier ein neues Zuhause finden werden. Drei Schulstandorte, darunter ein Bildungscampus für bis zu 1.600 Kinder und Jugendliche, werden ebenfalls errichtet. Und die historischen Backsteinbauten? Die bleiben erhalten und werden in das neue Konzept integriert.
Ein positiver Bescheid zur Umweltverträglichkeitsprüfung liegt bereits vor – seit Januar 2024! Der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan wurde im März 2024 im Gemeinderat beschlossen. Aktuell laufen die Abbrucharbeiten auf dem Gelände in zwei Phasen, die bis 2028 abgeschlossen sein sollen. Ein Informationszentrum namens STADTRAUM wird es den Bürgern ermöglichen, sich über die Planung zu informieren. Geplant sind auch neue Straßenbahnlinien, die ab 2029 das Areal durchqueren sollen.
Klimafreundliche Planung
Die klimafreundliche Planung des Nordwestbahnhofs umfasst nicht nur die Begrünung, sondern auch ein nachhaltiges Regenwassermanagement. Diese Maßnahmen sind Teil eines größeren Förderprogramms, das 2020 vom Bund ins Leben gerufen wurde. Es zielt darauf ab, Kommunen bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen und öffentliche Grünflächen zu bewahren und auszubauen. Hierbei stehen Themen wie extreme Wetterereignisse, Verlust der Artenvielfalt und die Sicherung der natürlichen Lebensräume im Vordergrund. Die Stadt plant, auch in diesem neuen Viertel die Risiken von Hitze, Trockenheit und Überflutungen zu mindern.
Statt nur Betonwüsten zu schaffen, wird auch darauf geachtet, dass die Urbanität nicht auf Kosten der Lebensqualität geht. Die Schaffung von Freiräumen, die Förderung von Kalt- und Frischluftzufuhr und die Vernetzung von Grünräumen sind essenzielle Bestandteile der Planung. Schließlich wird durch die Vegetation nicht nur CO2 gebunden, sondern auch ein angenehmes Klima geschaffen.
Insgesamt ist das Projekt Nordwestbahnhof ein mutiger Schritt in die richtige Richtung. Es zeigt, dass selbst in Zeiten extremer Temperaturen und urbaner Verdichtung das Wohl der Menschen im Mittelpunkt stehen kann. Mal sehen, wie der neue Stadtteil in ein paar Jahren aussieht – und wie angenehm es sich dort leben lässt!
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