Heute, am 4. Mai 2026, hat in Wien-Floridsdorf ein bedeutendes Kapitel im Bereich des Wohnbaus begonnen. Die Stadt Wien hat mit dem 1. Wiener WohnBAUMProgramm ein ambitioniertes Projekt ins Leben gerufen, das darauf abzielt, leistbaren Wohnraum zu schaffen, der nicht nur ökologisch verantwortlich, sondern auch architektonisch hochwertig ist. In diesem Zusammenhang konnte die ARWAG Holding-Aktiengesellschaft im Jahr 2022 einen Bauträgerwettbewerb für drei Liegenschaften gewinnen. Damit wurde der Spatenstich gesetzt, der den Übergang von der Planung zur Realisierung markiert. Die Projekte, die im Rahmen dieses Programms realisiert werden, sind die Wohnbauprojekte Orasteig, Aspernstraße und Naufahrtweg, die insgesamt 70 geförderte Wohneinheiten mit etwa 4.967 Quadratmetern Wohnnutzfläche hervorbringen werden.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den verschiedenen Wohnungstypen: 35 Classic-geförderte und 35 SMART-geförderte Wohnungen sollen entstehen. Am Naufahrtweg werden zusätzlich zwei geförderte Wohneinheiten für betreute Kinder- und Jugendwohngruppen realisiert, die eine Nutzfläche von 521 Quadratmetern umfassen. Die architektonische Gestaltung stammt von der ARGE der Architekten GERNER GERNER PLUS und AllesWirdGut, die eine klare städtebauliche Haltung und einen hohen Holzanteil als Gestaltungselement integriert haben. Flexible Grundrisse und gemeinschaftlich nutzbare Freiräume sollen das Gefühl von Gemeinschaft stärken.
Nachhaltige Baustellen und Gemeinschaftsprojekte
Ein weiterer Schritt in Richtung eines nachhaltigen Wohnbaus ist die Zusammenarbeit mit der STRABAG AG, die als Bauführerin agiert und die Baustelle nach ÖGNI-Kriterien ausrichtet. Hier wird nicht nur auf das Bauwerk selbst geachtet, sondern auch auf die gesamte Umgebung. Die drei Liegenschaften sind als ein zusammengehöriges Projekt gedacht, das jedoch individuell auf die jeweilige Umgebung reagiert. Diese Herangehensweise soll nicht nur den Wohnraum verbessern, sondern auch die soziale Durchmischung fördern.
In einem ähnlichen Atemzug wird die Bedeutung von Holz als Baustoff immer stärker betont. Im Rahmen des Wiener Wohnbauprogramms wird Holz als nachhaltiges Element etabliert. Auf drei Grundstücken im Norden Wiens, etwa am Steinspornweg und der Donaustadtstraße, sollen rund 150 weitere Wohneinheiten entstehen. Naturnahe Umgebungen und Klima-Resilienz sind dabei zentrale Aspekte. Freiraum-Module, die soziale Mitte, Vorgärten und grüne Dachterrassen umfassen, sollen die Lebensqualität der Bewohner erhöhen.
Wien als Vorbild im sozialen Wohnbau
Wien hat sich als Hauptstadt des sozialen Wohnbaus einen Namen gemacht. Über 60% der Wiener*innen leben in geförderten oder Gemeindewohnungen, was die Stadt zu einem Vorbild für andere Millionenmetropolen macht. Hier wird Verlässlichkeit, Sicherheit und individuelle Freiheit beim Wohnen großgeschrieben. Der Wohnbau in Wien sichert über 50.000 Arbeitsplätze und generiert eine Wertschöpfung von mehr als 4 Milliarden Euro. Bis 2025 sollen im Rahmen des „Gemeindebau Neu“ 5.500 neue Wohnungen entstehen, tatsächlich sind es sogar 5.700.
Die Stadt Wien hat sich auch dazu verpflichtet, den Zugang zu gefördertem Wohnraum zu erleichtern. Mit Initiativen wie dem Wiener Wohnticket und der Wohnbeihilfe erhalten 23.000 Haushalte monatlich finanzielle Unterstützung. Und um den sozialen Wohnbau weiter zu fördern, werden Mieten im Gemeindebau für 2024 und 2025 eingefroren, was auch für Familien und Studierende von Bedeutung ist. Neben diesen Maßnahmen wird auch die Bauordnung weiter novelliert, um sowohl leistbares Wohnen als auch Klimaschutz zu fördern.
Das Wiener WohnBAUMProgramm ist also nicht nur ein Bauprojekt, sondern ein Schritt in eine nachhaltige Zukunft, die sowohl ökologisch als auch sozial gerecht ist. Die Stadt setzt auf gemeinschaftliche Wohnformen und fördert die Entwicklung von Stadtteilen, die gut an den öffentlichen Verkehr angebunden sind und ausreichend Grünflächen bieten. Mit solchen Initiativen zeigt Wien, wie urbaner Wohnbau auch im Einklang mit der Natur und der Gesellschaft funktionieren kann.