Am Friedhof Hernals hat sich ein ganz besonderer Ort etabliert, der nicht nur zum Innehalten einlädt, sondern auch aktiv gegen die Einsamkeit ankämpft. Das Plauderbankerl wurde im Sommer 2024 von Caritas und den Friedhöfen Wien ins Leben gerufen. Hier können Friedhofsbesucher zur Ruhe kommen und Gespräche führen. Ein gut durchdachtes Konzept: Ehrenamtliche stehen an festgelegten Terminen als Gesprächspartner bereit. Aber auch außerhalb dieser Zeiten heißt es, einfach Platz nehmen und signalisieren, dass man bereit für einen Austausch ist. Einladend, oder?

Renate Niklas von den Friedhöfen Wien hebt die Bedeutung des persönlichen Austauschs hervor. Friedhöfe sollen nicht nur Stätten der Trauer sein, sondern auch Orte der Begegnung. Klaus Schwertner, der Caritasdirektor, weist darauf hin, wie wichtig niederschwellige Angebote gegen Einsamkeit sind. Das Plauderbankerl ist ein solcher Ort, der darauf abzielt, sozialer Isolation und Vereinzelung entgegenzuwirken. Wenn das Projekt gut angenommen wird, könnte ein Ausbau auf weitere städtische Friedhöfe folgen – ein spannender Gedanke!

Ein Ort der Begegnung

Das erste Plauderbankerl befindet sich in der Allee, die bergauf zur Aufbahrungshalle am Friedhof Hernals führt. Die genauen Termine für die Anwesenheit der Ehrenamtlichen sind sowohl online als auch im Schaukasten am Eingang des Friedhofs einzusehen. Das macht es den Menschen leicht, sich zu informieren und vielleicht selbst den Schritt zu wagen, um ins Gespräch zu kommen. Man könnte fast sagen, dass es ein bisschen wie eine Einladung zur Gemeinschaft ist – und das in einem Umfeld, das oft von Trauer geprägt ist.

Doch was steckt eigentlich hinter der Idee des Plauderbankerls? Es ist mehr als nur eine Bank im Freien. Es schafft einen Raum für ungezwungene Gespräche und den Austausch zwischen Menschen. Die Kooperation zwischen den Friedhöfen Wien und der Caritas zeigt, dass man mehr als nur einen Ort für Trauer und Abschied schaffen möchte. Hier geht es um das Miteinander, um die kleinen Momente, die das Leben lebenswert machen.

Einsamkeit in der Gesellschaft

Die Notwendigkeit solcher Projekte wird besonders deutlich, wenn man einen Blick auf die gesellschaftlichen Hintergründe wirft. Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat Einsamkeit gravierende Auswirkungen auf die Gesellschaft – sie beeinflusst die demokratische Teilhabe, den sozialen Zusammenhalt und das Vertrauen in politische Institutionen. Das „Einsamkeitsbarometer“ zeigt, dass oft Lebensumbrüche oder einschneidende Ereignisse der Auslöser sind.

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Trauernde Menschen erleben durch den Verlust von Angehörigen nicht selten eine tiefe Einsamkeit. Diese Gefühle können nicht nur die psychische, sondern auch die physische Gesundheit beeinträchtigen. Die Initiative „Raum für Trauer“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Friedhöfe als einladende Orte für Trauernde zu gestalten und gleichzeitig Begegnungsorte für die Gemeinschaft zu schaffen. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, um den vielen Menschen, die sich isoliert fühlen, wieder eine Stimme zu geben.

Das Plauderbankerl am Friedhof Hernals ist ein kleiner, aber entscheidender Teil dieser Bewegung. Es zeigt, wie wichtig es ist, Räume zu schaffen, die das Miteinander fördern und das Gefühl von Zugehörigkeit stärken. Ein einfacher Platz auf einer Bank kann also einen großen Unterschied machen – und das ist doch ein schöner Gedanke.

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