Am 16. März 2026 wurde eine 91-jährige Pensionistin in Wien-Ottakring Opfer eines perfiden Betrugs. Ein Mann gab sich am Telefon als Polizist aus und setzte die Seniorin mit einer dreisten Masche unter Druck. Er behauptete, in einer Bankfiliale im Bezirk Hietzing seien „Gauner“ am Werk, die es auf ihr Geld abgesehen hätten. Um ihr Bargeld zu sichern, forderte er sie auf, einen Geldbetrag im niedrigen fünfstelligen Eurobereich von ihrem Konto abzuheben.
Die betagte Dame, in einem Moment des Schocks und der Verwirrung, folgte den Anweisungen des vermeintlichen Polizisten. Nach ihrer Rückkehr in die Wohnung ließ sie den Täter herein, der sie dann brutal zu Boden stieß und ihr Bargeld, Golddukaten sowie eine Goldkette raubte. Bei diesem Übergriff erlitt die Frau eine Kopfverletzung und musste von der Berufsrettung Wien ins Krankenhaus gebracht werden. Die schwierige Einvernahme der Seniorin wurde durch ihre Erinnerungslücken erschwert.
Ermittlungen und Festnahme
Dank intensiver Ermittlungen konnte das Landeskriminalamt Wien einen 48-jährigen Österreicher als Verdächtigen identifizieren. Die Festnahme erfolgte mit Unterstützung der WEGA in einer Wohnung im Bezirk Ottakring. Bei der Hausdurchsuchung waren auch Polizisten der Bereitschaftseinheit anwesend. Der Verdächtige ist nicht nur für diesen Überfall verantwortlich, sondern wird auch zwei weitere gleichgelagerte Taten zur Last gelegt. Auf die Vorwürfe schwieg er.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde der Mann in eine Justizanstalt gebracht. Der Vorfall wirft ein grelles Licht auf die Tricks der Betrüger, die sich als Autoritäten ausgeben, um das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen. Diese Masche ist keineswegs neu. Die Täter nutzen technische Tricks, um beispielsweise die Notrufnummer 110 im Display erscheinen zu lassen, und behaupten, eine Einbrecherbande festgenommen zu haben.
Die Gefahren für Senioren
Die Masche des „falschen Polizisten“ ist nur eine von vielen, die speziell gegen Senioren gerichtet sind. Dabei sind die Täter äußerst einfallsreich. Oftmals nutzen sie Informationen aus sozialen Medien, um ihre Opfer gezielt anzusprechen. Der sogenannte Enkeltrick, bei dem Betrüger sich als Verwandte ausgeben, um an Geld zu kommen, ist ebenfalls weit verbreitet. Es ist erschreckend, dass laut Verbraucherzentrale jährlich tausende Senioren auf solche Betrugsmaschen hereinfallen, mit einem durchschnittlichen Schaden von 4.500 Euro.
Die Stadt Wien und die Polizei raten daher, in solchen Fällen besonders vorsichtig zu sein. Es ist wichtig, bei verdächtigen Anrufen sofort den Kontakt zu Angehörigen oder der Polizei zu suchen. Das Vertrauen in die eigenen Instinkte kann manchmal der beste Schutz sein.
