In Wien-Hietzing sind die Füchse los! Momentan sieht man die cleveren Gesellen häufig in den Gärten, was für einige chaotische Situationen sorgt. Da verschwinden schon mal Schuhe oder sogar Hühner! Manuela Singer, die am Küniglberg wohnt, erzählt, dass sie täglich mit diesen Tieren in Kontakt kommt. Für sie scheinen die Füchse ihren Garten regelrecht als eigenes Revier zu betrachten. Wie spannend! Früher waren die Füchse meist in der Dämmerung aktiv, doch jetzt zeigen sie sich auch tagsüber und scheinen weniger scheu zu sein.

Die Anpassung der Füchse an das städtische Leben ist bemerkenswert. Sie gelten als Kulturfolger und fühlen sich in urbanen Gebieten oft wohler als im Wald oder auf dem Land. Offene Abfälle und Komposthaufen sind ein wahrer Magnet für die Tierchen. Das Wildtierservice rät dringend davon ab, die Füchse zu füttern, um ihre natürliche Scheu zu bewahren. Klaus Fessel aus Döbling hat beobachtet, wie Jungfüchse mit einem Arbeitshandschuh spielen. Diese Jungfüchse sind zwar scheuer als ihre Artgenossen am Küniglberg, doch Fessel hat keine Angst vor ihnen. „Es ist etwas Besonderes, sie zu sehen“, sagt er.

Begegnungen mit Füchsen

Das Wildtierservice erklärt, dass Füchse in der Regel scheu sind und den direkten Kontakt zu Menschen meiden. Wenn man einem begegnet, sollte man ruhig bleiben, Abstand halten und dem Tier einen Rückzugsweg lassen. Ein allein gesichteter Jungfuchs ist oft kein Grund zur Sorge – die Elterntiere könnten in der Nähe sein. Eingreifen sollte man nur, wenn das Tier sichtbar verletzt oder in Not ist. Das Wildtierservice ist täglich von 7.30 bis 22 Uhr unter der Nummer 01 4000-49090 erreichbar.

Füchse sind nicht die einzigen Wildtiere, die in Wien leben. Sie sind in der Nähe von Wäldern und Grünflächen häufig zu sehen und finden dort Nahrung und Versteckmöglichkeiten. Die Stadt hat sich für sie zu einem passenden Lebensraum entwickelt. Offene Komposthaufen und Futter locken die Tiere an, und sie gewöhnen sich schnell an die Anwesenheit von Menschen. Besonders wichtig ist, dass man sie nicht in die Enge treibt oder ihnen absichtlich Nahrung anbietet – das könnte ihre Scheu verringern. Das Wildtierservice empfiehlt auch, Futternäpfe für Haustiere im Freien zu vermeiden und Komposthaufen abzudecken.

Stadtleben und Wildtiere

Wissenschaftlerinnen der Universität Bielefeld haben kürzlich untersucht, wie Urbanisierung das soziale Verhalten von Tieren beeinflusst. In ihrer Übersichtsarbeit, veröffentlicht im Fachjournal Biological Reviews, wurden 227 Studien ausgewertet. Ein erstaunliches Ergebnis: 92 Prozent der Untersuchungen zeigen, dass Urbanisierung einen signifikanten Einfluss auf das Sozialverhalten von Tieren hat. Dazu zählen Partnerwahl, Gruppenverhalten und Fortpflanzung. Stressfaktoren wie Verkehrslärm, künstliches Licht und chemische Verschmutzung wirken sich negativ auf die Tiere aus. Das ist schon beunruhigend.

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Die Studie verdeutlicht, dass unterschiedliche Arten unterschiedlich auf urbane Umgebungen reagieren. Während mobile Arten Städten ausweichen können, sind andere dauerhaft an sie gebunden. Solche Veränderungen im Sozialverhalten können den Fortpflanzungserfolg beeinflussen und langfristig die Populationen gefährden. In einer Stadt wie Wien, die sich ständig weiterentwickelt, ist das ein wichtiges Thema für Naturschutz und nachhaltige Stadtentwicklung. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Füchse und andere Wildtiere in dieser urbanen Umgebung zurechtfinden.

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