Heute ist der 9.05.2026 und wir sind hier in Wien-Hietzing, wo spannende Entwicklungen im Bereich der Gesundheitsversorgung und psychischen Gesundheit stattfinden. Ein Thema, das viele Menschen betrifft, ist Vitiligo – auch als Weißfleckenkrankheit bekannt. Diese Autoimmunerkrankung führt dazu, dass der Körper seine eigenen Pigmentzellen angreift, mit der Folge, dass helle Hautflecken entstehen. Die Ursachen sind bis heute unerforscht, was die Situation für Betroffene nicht einfacher macht. Viele erleben psychische Belastungen durch gesellschaftliche Vorurteile und die damit verbundenen Fragen. Ein Beispiel dafür ist die österreichische Sängerin Kaleen, die 2024 beim Songcontest für Österreich antrat und offen mit ihrer Vitiligo umgeht. Sie setzt sich für Aufklärung und Verständnis ein, was in der heutigen Zeit, wo das äußere Erscheinungsbild oft über das Innere entscheidet, besonders wertvoll ist.
Doch nicht nur die Vitiligo-Patienten haben es schwer. Auch die Myalgische Enzephalomyelitis, besser bekannt als ME/CFS, stellt eine große Herausforderung dar. Diese neurologische Erkrankung, die 1969 von der WHO anerkannt wurde, betrifft das Immunsystem und das autonome Nervensystem. Ein charakteristisches Merkmal ist die Post-Exertionelle Malaise (PEM), die zu starker Erschöpfung nach minimaler Belastung führt. Rund 25% der Betroffenen sind bettlägerig. Es ist alarmierend, dass aktuell keine spezifische Therapie existiert, jedoch wird das Konzept des „Pacing“ als Energiemanagement empfohlen. Hierbei handelt es sich um eine Strategie, die hilft, die Symptome zu managen und eine Verschlechterung zu verhindern.
Die Herausforderungen von ME/CFS
Interessanterweise tritt ME/CFS meist postinfektiös auf, häufig ausgelöst durch Viren wie das Epstein-Barr-Virus oder SARS-CoV-2. Besonders bei jungen Erkrankten war eine symptomatische Erstinfektion mit EBV in 40% der Fälle präpandemisch. Die Diagnose basiert auf klinischen Kriterien und erfordert eine Krankheitsdauer von mindestens sechs Monaten für Erwachsene. Zusätzlich zeigt eine familiäre Häufung, dass diese Erkrankung auch genetische Komponenten haben könnte. Es ist wichtig, ME/CFS von anderen Formen der chronischen Fatigue abzugrenzen, da es sich um einen klar definierten Symptomkomplex handelt.
In der Wiener Klinik Hietzing wird Gartentherapie zunehmend eingesetzt, um klassische Behandlungen zu ergänzen. Hier können Patienten im Garten arbeiten, was nicht nur Achtsamkeit fördert, sondern auch den Umgang mit Misserfolgen lehrt. Gartenarbeit hat eine meditative Komponente und hilft, im Hier und Jetzt zu sein. Die positiven Effekte auf die psychische Gesundheit sind besonders bei Depressionen und Angststörungen bemerkenswert.
Psychische Belastungen durch Vitiligo und ME/CFS
Wenn wir über psychische Belastungen sprechen, ist es wichtig zu erwähnen, dass Menschen mit Vitiligo ein erhöhtes Risiko für psychische Probleme haben. Eine Studie zeigt, dass 50% der Befragten glauben, ihr Leben wäre ohne Vitiligo leichter gewesen. Diese Gruppe berichtet von Ängsten und Depressionen. Tatsächlich zeigen 50% der europäischen Vitiligo-Betroffenen depressive Symptome, und in Deutschland sind es sogar 64,8%. Besonders junge Frauen fühlen sich oft stigmatisiert und stehen unter hohem psychischen Druck. Alltagssituationen wie die Kleiderwahl oder soziale Aktivitäten können zur Belastung werden.
Die psychischen Folgen von Vitiligo sind vielfältig: Isolation, Stigmatisierung, Angst- und Zwangsstörungen, vermindertes Selbstwertgefühl und sogar Suizidgedanken sind keine Seltenheit. Komischerweise wird nur jede zweite Depression und jede dritte Angststörung von Hautärzten erkannt. Aktionstage, wie der 10. Oktober, sollen auf die psychische Belastung von Vitiligo-Betroffenen aufmerksam machen. Eine ganzheitliche und individuelle Versorgung könnte die Lebensqualität der Patienten verbessern.
Um den Betroffenen mehr Unterstützung zu bieten, sollten Hautärzte nach der S1-Leitlinie behandeln und psychische Belastungen frühzeitig erfassen. Digitale Hilfsangebote und Selbsthilfegruppen können eine wertvolle Unterstützung sein. Es ist schließlich so, dass sowohl Vitiligo als auch ME/CFS nicht nur den Körper, sondern auch die Seele stark belasten. Ein Bewusstsein für diese Zusammenhänge könnte helfen, das Leben der Betroffenen zu erleichtern.