In der Josefstadt wird eine wichtige Diskussion über die medizinische Notfallversorgung geführt. Die SPÖ hat während einer Bezirksvertretungssitzung im Frühling einen Antrag eingebracht, um den Ausbau von Defibrillatoren zu prüfen. Bisher gibt es in diesem Bezirk nur sechs Defibrillatoren, von denen lediglich zwei rund um die Uhr zugänglich sind. Das ist nicht nur bedauerlich, sondern auch ein echtes Sicherheitsrisiko, denn wie die Klubobfrau Sanja Drazic von der SPÖ betont, ist die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand mit jeder Minute ohne Hilfe um etwa 10% geringer. Ein Umstand, den man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte!

Der Antrag wurde einstimmig der Sozialkommission zugewiesen, wo bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Situation besprochen werden. Der Handlungsbedarf ist klar: Es gilt, weitere Standorte für öffentlich zugängliche Defibrillatoren zu finden. Besonders im südlichen Teil der Josefstadt, wo es eine erkennbare Unterversorgung gibt, ist schnelles Handeln gefragt. Aktuell stehen die Defibrillatoren an einigen zentralen Punkten, wie dem Amtshaus am Schlesingerplatz und in Polizeidienststellen, aber das reicht nicht aus.

Zusammenarbeit mit dem Verein Puls

In Zusammenarbeit mit dem Verein Puls sollen nun mögliche Standorte für weitere Defibrillatoren im Bezirk geprüft werden. Eine Standortbegehung ist bereits für den Herbst 2025 in der Lange Gasse/Josefstädter Straße geplant. Geprüfte Standorte umfassen auch das Theater in der Josefstadt, das Theaterhotel und das Flemings Hotel. Es gibt bereits Gespräche zwischen Wiener Wohnen und dem Verein Puls über mögliche Standorte beim Maria-Franc-Hof. Um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen, wird empfohlen, alle 400 Meter Luftlinie oder 300 Meter Fußweg einen Defibrillator bereitzustellen.

Im Vergleich zu anderen Bezirken schneidet die Josefstadt eher schlecht ab. Während Mariahilf 25 Defibrillatoren hat, davon neun rund um die Uhr zugänglich, bleibt die Josefstadt hinter diesem Standard zurück. Einigkeit über die Notwendigkeit, die Versorgung weiter zu verbessern, besteht jedoch in der Sozialkommission.

Die Bedeutung öffentlicher AEDs

Öffentliche AEDs (Automatisierte Externe Defibrillatoren) sind entscheidend für die Notfallversorgung. Diese Geräte sind tragbar, relativ klein und einfach zu bedienen. Im Gegensatz zu manuell betriebenen Defibrillatoren, die in Krankenhäusern zum Einsatz kommen, verfügen AEDs über automatisierte Sprachansagen und klare Anweisungen für Laien. Studien zeigen, dass die Überlebensrate bei Herzstillstand steigt, wenn Laien in der Lage sind, AEDs effektiv zu nutzen. Daher ist es umso wichtiger, dass weitere AEDs in der Josefstadt installiert werden, um die Sicherheit der Bewohner zu erhöhen.

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Die Herausforderung liegt nicht nur in der Installation der Geräte, sondern auch in der Aufklärung und Schulung der Bevölkerung. Denn ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen, oft ohne Vorwarnung. Eine flächendeckende Verfügbarkeit von Defibrillatoren könnte Leben retten – und das sollte uns allen ein Anliegen sein.

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