In einem bedauerlichen Schritt für die Gastronomieszene in Wien-Josefstadt wurde bekannt, dass die Taverna in der Albertgasse 49 ihre Türen schließen muss. Die Gastrodogs Gastronomieentwicklungs- und Betriebs GmbH, Betreiberin des Lokals, ist insolvent, und das Handelsgericht Wien hat auf Eigenantrag das Konkursverfahren eröffnet. Mit der Schließung verlieren zehn Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze und die kulinarische Vielfalt, die das Konzept der Taverna bot, wird nicht mehr angeboten. Die Taverna kombinierte italienische Tradition mit amerikanischem Flair und war bekannt für Gerichte wie Cioppino und Carbonara sowie für spezielle Getränke wie den Averna Sour. Ein Mini-Alimentari-Store im Lokal bot eilige Gäste mit italienischen Köstlichkeiten eine schnelle Lösung. Doch wirtschaftliche Herausforderungen, insbesondere ein Rückgang der Nachfrage in der Abendgastronomie, führten zur Zahlungsunfähigkeit. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf etwa 1,32 Millionen Euro und verteilen sich auf 23 Gläubiger. Laut der Insolvenzverwaltung, unter der Leitung von Rechtsanwalt Helmut Platzgummer, ist eine Sanierung oder Fortführung des Betriebs nicht geplant, was das Schicksal der Taverna besiegelt. Diese Insolvenz reiht sich in eine besorgniserregende Serie von Gastronomieinsolvenzen in Wien ein, die durch steigende Kosten, Personalmangel und verändertes Gästeverhalten verursacht werden. Ein ausführlicher Bericht über diesen Fall ist in einem Artikel des Kurier zu finden.

Ein Trend in der Gastronomie

Die Insolvenz der Taverna ist jedoch nicht nur ein Einzelfall. Im Jahr 2025 sind die Insolvenzen von Gastronomie-Betrieben zum vierten Mal in Folge gestiegen. Laut Creditreform waren mehr als 2.900 Betriebe betroffen, was den höchsten Stand seit 2011 darstellt und einem Anstieg von fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Seit 2020 wurden in der Gastronomie über 11.200 Insolvenzen verzeichnet, während fast 69.000 Unternehmen den Betrieb eingestellt haben. Die Branche sieht sich mit Herausforderungen konfrontiert, die von der Pandemie, der Energiekrise und der Inflation verstärkt werden. Bekannte Insolvenzen in der letzten Zeit, wie die Restaurantketten Sausalitos und Vapiano, verdeutlichen diesen Trend.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage macht es vielen Wirten schwer, rentabel zu bleiben. Hohe Lohnkosten und ein Rückgang der Restaurant- und Barbesuche, während Bestellungen nach Hause zunehmen, setzen die Branche unter Druck. Bei fast 40 Prozent der Gastronomieunternehmen liegt die Eigenkapitalquote bei weniger als 10 Prozent, und ein Drittel der Betriebe schreibt Verluste. Die Mehrwertsteuer für Speisen wurde zwar zu Jahresbeginn von 19 auf 7 Prozent gesenkt, jedoch sind die Preise nur leicht gesunken, während die Kosten für Waren, Personal und Energie seit 2022 teilweise um bis zu 40 Prozent gestiegen sind. Viele Gastronomen nutzen die Steuersenkung, um gestiegene Kosten auszugleichen, anstatt die Preise zu senken.

Ein düsterer Ausblick

Die Gastronomie ist stark von den Krisen der letzten Jahre betroffen. Umsätze und Erträge sind preisbereinigt unter dem Niveau von 2019, und zwischen 2022 und 2023 stiegen die Insolvenzen in der Gastronomie um 27 Prozent, was über dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt liegt. Insbesondere die Unterbranche „Caterer, Verpflegungsdienstleister“ verzeichnete mit einem Plus von 67 Prozent den stärksten Anstieg. Auch junge Unternehmen sind besonders betroffen: 49 Prozent der Insolvenzen betreffen Betriebe, die maximal fünf Jahre alt sind. Im Jahr 2023 gab es bei diesen Gastronomieunternehmen einen Anstieg der Insolvenzen um 30 Prozent.

Die Situation bleibt angespannt, und es wird ein anhaltender Insolvenztrend im Gastgewerbe erwartet, mit möglichen weiteren Anstiegen in den kommenden Jahren. Die Anhebung der Umsatzsteuer für Speisen Anfang des Jahres hat die Situation zusätzlich verschärft. Regionale Unterschiede in der Insolvenzanfälligkeit zeigen, dass es vor allem in bestimmten Regionen wie Schleswig-Holstein und Sachsen zu dramatischen Anstiegen kommt. Die Auswirkungen auf die Gastronomieszene werden auch in Zukunft spürbar sein, da die Branche weiterhin mit den Herausforderungen von Inflation und steigenden Kosten zu kämpfen hat. Weitere Informationen zu den Krisenauswirkungen in der Gastronomie finden Sie in einem Bericht von Creditreform.

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