Der Praterstern – ein Ort, der viel mehr ist als nur ein Verkehrsknotenpunkt. Im Herzen des 2. Bezirks von Wien, zwischen der Innenstadt, dem berühmten Prater und der Reichsbrücke gelegen, hat dieser Platz eine lange und bewegte Geschichte. Bekannt durch die S-Bahn-Stammstrecke und die Billa-Filiale im Bahnhof, die sogar sonntags geöffnet hat, zieht der Praterstern Einheimische und Touristen gleichermaßen an. Der Bildband „Ein Fixstern mit sieben Strahlen“ von Matthias Marschik und Edgar Schütz beleuchtet die facettenreiche Vergangenheit und Gegenwart dieses bedeutenden Ortes.

Die Geschichte des Pratersterns reicht bis ins Jahr 1766 zurück, als Joseph II. den Prater für das Volk öffnete. Früher war der Platz nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt, sondern spiegelt auch das urbane Leben Wiens wider. 1780 wurde der Fugbach zugeschüttet, was die Verbindung zum besiedelten Gebiet herstellte. Mit einem Durchmesser von 340 Metern führt er sternförmig in sieben große Straßen. Der Name „Praterstern“ wurde 1879 offiziell eingeführt und seither hat sich um den Platz einiges getan.

Von den Anfängen bis in die Gegenwart

Bereits im 19. Jahrhundert war der Praterstern ein zentraler Punkt der städtischen Bebauung. 1838 wurde der erste Nordbahnhof eröffnet, die erste Bahnverbindung verband Wien mit Mähren, Österreichisch-Schlesien und Galizien. Ein paar Jahrzehnte später, 1897, wurde nicht nur die erste elektrisch betriebene Straßenbahnlinie Wiens eingeweiht, sondern auch das Wiener Riesenrad in Sichtweite des Pratersterns eröffnet. Man könnte sagen, der Platz war schon immer ein Ort der Begegnung und des Austauschs.

Doch nicht nur das. Der Praterstern hat auch dunkle Kapitel erlebt. Während des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Gebäude, darunter der Nordbahnhof, zerstört. In den 50er- und 60er-Jahren verwandelte sich der Platz durch den Autoverkehr in einen großen Kreisverkehr, was es Fußgängern erschwerte, sicher zu überqueren. Viele Zebrastreifen wurden installiert, um die Situation zu verbessern, doch die Herausforderungen blieben. Heute prägt ein moderner Spiegelglaspalast die Stelle des ehemaligen Nordbahnhofs, in dem die ÖBB Infrastruktur AG ansässig ist.

Veränderungen und neue Perspektiven

In der jüngeren Vergangenheit hat der Praterstern eine bemerkenswerte Wandlung durchlebt. Lange galt er als Kriminalitäts-Hotspot, doch die Situation hat sich seit dem Neubau des Bahnhofs im Jahr 2008 und durch verschiedene Verbote, wie das Alkoholverbot von 2018 und das Waffenverbot von 2019, deutlich verbessert. Das Alkoholverbot gilt allerdings nur für den Platz selbst und nicht für die umliegenden Lokale. Neuigkeiten wie die Eröffnung einer Dependance des Café Engländer in der ehemaligen Polizei-Wachstube zeigen, dass hier wieder neues Leben einkehrt.

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Die Autoren Marschik und Schütz haben Zeitzeugen getroffen, die den Wandel des Platzes als positiv bewerten. Man kann nur hoffen, dass der Praterstern weiterhin ein Ort der Begegnung bleibt, an dem sich Geschichte und Zukunft begegnen. Ein Ort, der nicht nur für die Wiener Bevölkerung von Bedeutung ist, sondern auch für die vielen Touristen, die die Stadt besuchen.

Ein Blick in die Stadtgeschichte

Der Praterstern ist nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt, er ist ein Teil der Wiener Stadtgeschichte. Wer sich für die Entwicklung Wiens interessiert, findet in der Wienbibliothek digital zahlreiche Publikationen zur Stadtentwicklung. Themen wie Raumentwicklung, Architektur oder Stadtforschung werden dort behandelt und sind für jeden zugänglich. Die letzten Aktualisierungen zeigen, dass der Platz immer im Wandel ist und sich ständig weiterentwickelt. Die Stadt Wien stellt diese Inhalte kostenfrei zur Verfügung – eine großartige Möglichkeit, die eigene Stadtgeschichte besser zu verstehen.

Der Praterstern bleibt also ein Ort voller Geschichten und Erlebnisse, der sowohl die Vergangenheit als auch die Gegenwart widerspiegelt. Ein Platz, der lebt und atmet – und das nicht nur durch den Verkehr, sondern durch die Menschen, die ihn täglich beleben.