Heute ist der 22.04.2026 und in Wien-Leopoldstadt sind die Verhandlungen um den Kollektivvertragsabschluss in der Erwachsenenbildung ins Stocken geraten. Hunderte Angestellte versammelten sich am Dienstagabend zum Arbeitskampf beim Praterstern, um für höhere Gehälter zu demonstrieren. Diese Forderungen ergeben sich aus der aktuellen Inflationslage, die die Lebenshaltungskosten erheblich steigert. Die Arbeitgebervertreter und die Gewerkschaft GPA befinden sich in intensiven Verhandlungen über die Kollektivverträge, jedoch ist das letzte Angebot der Arbeitgeber mit einer Gehaltserhöhung von nur 2,2 Prozent unzureichend, wie Verhandlungsleiter Senad Lacevic deutlich machte.

Um die Situation zu verdeutlichen, fanden zuvor österreichweite Betriebsversammlungen statt, bei denen Betriebsräte über den aktuellen Verhandlungsstand informiert wurden. Lacevic appellierte an die Notwendigkeit von Planbarkeit und Verlässlichkeit im Bildungsbereich. Mit dem Engagement der Hunderte Teilnehmer am Arbeitskampf wird deutlich, dass die Angestellten für eine faire Abgeltung ihrer Leistungen eintreten.

Forderungen und weitere Verhandlungen

Die nächsten Verhandlungsrunden sind für den 28. April angesetzt. Es ist jedoch anzumerken, dass bereits zuvor eine zweite Verhandlungsrunde für rund 10.000 Beschäftigte der privaten Bildungseinrichtungen (BABE) Anfang März abgebrochen wurde. Die Arbeitgeber hatten ein Angebot von 2,0 Prozent unterbreitet, welches unter der Inflationsrate von rund 3,42 Prozent lag. Dies hat die Gewerkschaft GPA veranlasst, eine Mitgliederbefragung durchzuführen, deren Ergebnisse auf einer Betriebsrät:innen-Konferenz präsentiert wurden.

Das Forderungspaket der Gewerkschaft umfasst eine Gehaltserhöhung von 4 Prozent sowie eine Annäherung der Verwendungsbereiche und die Definition von Vor- und Nachbereitungszeiten für Unterrichtende. Weitere Verbesserungen sollen die Anrechnung von Vordienstzeiten und die Ausweitung der Kollektivvertrags-Gehaltstabellen betreffen. Diese Forderungen sind nur durch einen entschlossenen Arbeitskampf erreichbar, weshalb die Gewerkschaft und die Betriebe Streikschulungen und die Bildung betrieblicher Streikkomitees planen.

Aktionen in den Betrieben

Österreichweite Aktionen in den Betrieben werden bereits organisiert, um auf die prekären Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Sollte es in den kommenden Verhandlungen zu keiner Einigung kommen, sind nach Ostern sogar Arbeitsniederlegungen möglich. Die nächsten Verhandlungsrunden finden am 18. März und am 8. April statt, und die Gewerkschaft ist bereit, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Forderungen durchzusetzen.

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Die aktuelle Situation in der Erwachsenenbildung ist nicht nur ein Spiegelbild der finanziellen Herausforderungen, mit denen die Beschäftigten konfrontiert sind, sondern auch ein wichtiger Indikator für die allgemeine Entwicklung im Bildungssektor. Die anhaltenden Diskussionen und der bevorstehende Arbeitskampf zeigen, dass die Angestellten nicht gewillt sind, ihre Ansprüche auf angemessene Vergütung und bessere Arbeitsbedingungen aufzugeben.

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