Heute ist der 13.05.2026 und die Atmosphäre im Innenhof des Schlossquadrats in Wien-Margareten war elektrisierend. Johannes Kölbl aus Röschitz trat beim Finale der 16. Schlossquadrat-Trophy an, einem Wettbewerb, der Jungwinzer aus ganz Österreich zusammenbringt. Sechs talentierte Winzer aus Niederösterreich, Burgenland und Oberösterreich präsentierten ihre besten Weine und brachten die Zuschauermenge zum Staunen. Die Herausforderung war groß, und die Spannung spürbar, als der Vorjahressieger Franz-Joseph Stift Teil der Jury war. Am Ende konnte Martin Heinzl aus Deinzendorf den Titel „Weintalent des Jahres 2026“ für sich gewinnen. Ein großer Erfolg für ihn, aber auch für Kölbl, der mit einem Grünen Veltliner DAC und einem Gemischten Satz ins Rennen ging.

Kölbl ist kein Unbekannter in der Weinwelt. Der Respiz-Hof, wo er arbeitet, hat eine lange Tradition und ist seit 1660 in Röschitz ansässig. Mit rund 14 Hektar Rebfläche bewirtschaftet er Sorten wie den Grünen Veltliner, Riesling, Chardonnay und Weißburgunder. Besonders seine Rieden – Himmelreich, Galgenberg und Reipersberg – sind bei Kennern geschätzt. Seine Weine beschreibt Kölbl als „elegant, sortentypisch und mit hohem Lagerpotential“. Das lässt einen schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen! Außerdem hat er praktische Erfahrungen in der Schweiz sowie beim renommierten Weingut Knoll gesammelt, was ihm sicherlich einen Vorteil verschafft hat.

Ein unvergesslicher Auftritt

Während des Wettbewerbs bewies Kölbl nicht nur sein fachliches Können, sondern auch seinen Humor. Im „Winzer-Rap“ sorgte er für einige Lacher und zeigte, dass er neben dem Wein auch eine gute Portion Schlagfertigkeit mitbringt. Rund 20 Personen aus seinem Familien- und Freundeskreis waren vor Ort, um ihn zu unterstützen. Diese familiäre Atmosphäre machte den Tag noch besonderer. Kölbl selbst äußerte sich nach der Veranstaltung zufrieden mit seinem Auftritt, auch wenn er den Titel nicht gewinnen konnte. „Es war ein tolles Erlebnis“, sagte er, „und vielleicht kann mein Bruder nächstes Jahr auch teilnehmen!“. Das wäre doch ein spannendes Familien-Duell.

Der Wettbewerb ist mehr als nur ein Wettkampf. Er vereint Jungwinzer, die ihre Leidenschaft für den Wein teilen und voneinander lernen. Solche Veranstaltungen fördern nicht nur den Austausch von Ideen, sondern stärken auch die Gemeinschaft unter den Winzern. Kölbl hat das durch seine Teilnahme sicherlich bereichert. Die Zukunft des österreichischen Weins sieht vielversprechend aus, mit jungen Talenten wie Johannes Kölbl, die bereit sind, die Traditionen zu bewahren und gleichzeitig neue Wege zu gehen.