In Wien-Margareten braut sich etwas zusammen. Am 25. Juli plant die Identitäre Bewegung Österreich (IBÖ) einen rechtsextremen Aufmarsch unter dem Motto „Kritik der Wiener Migrationspolitik“. Es wird nicht nur mit einer lokalen Beteiligung gerechnet; auch Rechtsextreme aus ganz Europa haben ihr Kommen angekündigt. Ein schöner Sommertag könnte hier schnell kippen, es sei denn, die Anwohner und Unterstützer von Vielfalt zeigen Flagge.

Um dem entgegenzuwirken, wird am Vorabend des Aufmarsches ein Straßenfest unter dem Titel „Wien hält zusammen“ organisiert. Dieses Fest findet am 24. Juli um 16 Uhr direkt vor dem Lokal der IBÖ in der Siebenbrunnengasse 26-31 statt. Die Organisatoren sind ein bunter Haufen: KPÖ/Links, Grüne, Neos, SPÖ, die Bezirksvorstehung Margareten und das queere Zentrum Qwien haben sich zusammengeschlossen. Das Programm klingt vielversprechend – mit Dragshows, Live-Musik, politischen Reden sowie Essen und Getränken wird ein Zeichen gesetzt: Für Vielfalt und gegen Intoleranz!

Ein Blick auf die Vergangenheit

Im letzten Jahr lockte das Straßenfest bereits rund 500 Menschen an. Es war friedlich, aber es gab einige Zwischenfälle – an die man sich vielleicht nicht gerne erinnert, wie etwa die vorläufige Festnahme wegen schwerer Körperverletzung. Derartige Vorfälle werfen einen Schatten auf die Freude des Zusammenkommens, doch die Organisatoren lassen sich nicht entmutigen. Es gibt einen klaren Plan: Die Polizei hat ein umfassendes Sicherheitskonzept für die bevorstehenden Veranstaltungen in der Stadt entwickelt, das flexibel bis zu 48 Stunden vor Beginn angepasst werden kann.

Der rechtsextreme Aufmarsch selbst findet am 25. Juli von 13 bis 21 Uhr statt, mit mehreren Standkundgebungen an verschiedenen Orten. Die Gegendemonstration, die unter dem Motto „Für Vielfalt gegen Faschismus und Rassismus“ steht, startet um 15 Uhr in der Tegetthoffstraße und endet auf der Freyung. Zudem ist eine weitere Standkundgebung ab 15 Uhr am Helmut-Zilk-Platz angemeldet. Die Polizei warnt, dass sich die Routen der Demonstrationen noch ändern können. Ein wenig Nervenkitzel bleibt also garantiert.

Ein Zeichen setzen

Es wird spannend, ob das Straßenfest „Wien hält zusammen“ die gleiche Resonanz finden kann wie im letzten Jahr. Die Atmosphäre wird sicherlich geprägt sein von einer Mischung aus Feiern und dem Ernst der Lage. Die Anwohner und Unterstützer hoffen auf einen friedlichen Abend, der ein starkes Zeichen gegen die Intoleranz setzen kann. In einer Zeit, in der die gesellschaftlichen Spannungen zunehmen, ist es wichtiger denn je, lautstark für eine offene und vielfältige Gesellschaft einzutreten. Der 24. Juli könnte dafür der richtige Ort und Zeitpunkt sein.

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Wie auch immer der Verlauf der nächsten Tage aussehen mag, die Menschen in Wien-Margareten sind gewarnt und bereit, sich Gehör zu verschaffen. Und wie die Geschichte oft zeigt, kann ein kleiner Funke in einer Gemeinschaft große Wellen schlagen.

Weitere Informationen zu den geplanten Veranstaltungen finden Sie auch hier: wien.orf.at.

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