Heute ist der 7.05.2026 und in Wien-Mariahilf brodelt es. Der SPÖ-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy steht wegen eines umstrittenen Kleingartendeals unter Druck. Der Mann hat im Sommer 2020 ein Grundstück in der Kleingartensiedlung KGV Breitenlee gekauft, als dort lediglich Badehütten bis 30 Quadratmeter erlaubt waren. Doch nur ein Jahr später gab es einen Schwenk: Der Wiener Gemeinderat beschloss eine Umwidmung, die größere Bauten bis 100 Quadratmeter erlaubt. Das hat den Wert des Grundstücks quasi verdoppelt! Kommt einem das nicht komisch vor?

Die Sache wird noch brisanter, denn Nevrivy ist nicht allein. Drei weitere SPÖ-Politikerinnen sollen ebenfalls von dieser Umwidmung profitiert haben. Unter ihnen ist Julia Lessacher, die stellvertretende Bezirksvorsteherin in Wien Mariahilf. Sie wurde gesehen, wie sie dem Obmann des Kleingartenvereins bei der Kommunikation mit Nevrivy zur Seite stand. Auch Astrid Rompolt, die am 25. November 2021 bei der Gemeinderatssitzung anwesend war, als die Umwidmung beschlossen wurde, sieht sich nun kritischen Blicken gegenüber. Sie rechtfertigte die fehlende Offenlegung der Umwidmung damit, dass alle Parteien im Vorfeld einig gewesen seien.

Die Sondersitzung und die Vorwürfe

Die Kontroversen um diese Kleingarten-Umwidmungen haben die Oppositionsparteien auf den Plan gerufen. Am Montag wird im Wiener Gemeinderat eine Sondersitzung einberufen, um die Vergabepraxis von Kleingärten zu beleuchten. Vor allem die Grünen und die ÖVP werfen den SPÖ-Funktionären vor, bevorzugt Gärten – insbesondere solche mit Seezugang – erhalten zu haben. Auch Nevrivy wird dabei scharf kritisiert. Die Vorwürfe, die da im Raum stehen, sind nicht ohne: Neben Nevrivy wird auch der Ottakringer Bezirkschef Franz Prokop genannt, der günstig ein Grundstück im Penzinger „Rosental“ erworben haben soll. Prokop hingegen betont, alles sei korrekt abgelaufen.

Unterdessen wird die Nationalratsabgeordnete Petra Bayr ins Visier genommen. Sie hat zwei Grundstücke in der betroffenen Kleingartensiedlung gekauft und plant, eines davon zu verkaufen. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat bereits Ermittlungen gegen sie eingeleitet. Bayr selbst äußerte, dass sie froh über die Anzeige sei, um ihre Unschuld zu beweisen. Der Druck auf die SPÖ wächst. Sie haben angekündigt, einen flächendeckenden Compliance-Prozess einzuführen, um sicherzustellen, dass ihre Mitglieder regelkonform handeln.

Die Reaktionen und das öffentliche Echo

Die öffentliche Diskussion wird immer lauter. Opposition und Bürger fordern eine lückenlose Aufklärung und kritisieren den Bürgermeister, weil er die Vorwürfe nicht gründlich genug prüft. Es ist eine heikle Situation, die das Vertrauen in die Politik gefährden könnte. Nevrivy selbst hat bislang nicht eingeräumt, dass er persönlich von der Umwidmung profitiert hat. Im Gegenteil – er bezeichnet die Kritik als „Hetzjagd“ seitens der Grünen und hat keinen Zeitplan für die Bebauung des Grundstücks angegeben.

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Die Umwidmung von Kleingärten, die ja eigentlich für den Erholungsraum gedacht sind, in potenzielle Baugrundstücke wirft Fragen auf. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Sondersitzung entwickeln wird und welche weiteren Informationen ans Licht kommen. Das Thema bleibt also spannend! Für weiterführende Informationen können Sie die Originalquelle und die zweite Quelle konsultieren.