Die Geschichte der Firma Bertrams ist wie ein spannendes Abenteuerbuch, das in den 1860er Jahren seinen Anfang nahm. Der Gründer Karl Höller, ein Mann mit großem Unternehmergeist, setzte mit der Erfindung des Kniebogens für Ofenrohre in Cincinnati, Ohio, einen Grundstein für den späteren Erfolg des Unternehmens. Nach seiner Rückkehr nach Europa eröffnete er zusammen mit seinem Schwager Heinrich Bertrams die erste Knie- und Ofenrohrfabrik in Deutschland. 1876 wurde eine weitere Fabrik in Meidling, Wien, gegründet. Heute, über 150 Jahre später, steht die Firma in Jois, Burgenland, und hat ihren Platz in der österreichischen Industriegeschichte fest verankert.

Martin Wolfram, Geschäftsführer von Bertrams, berichtet von den Herausforderungen, die die Firma in der heutigen Zeit bewältigen muss. Hoher Wettbewerbsdruck – vor allem aus östlichen Ländern – macht es notwendig, die Produktionsprozesse zu automatisieren. Um die Kosten zu kontrollieren und wettbewerbsfähig zu bleiben, hat die Firma 2013 ihren Standort von Wien ins Burgenland verlagert. Dieser Schritt wurde vor allem aus dem Bedürfnis nach besseren Platzverhältnissen und einer vollständigen Fertigung vor Ort motiviert. Interessanterweise wurde das Personal trotz der Automatisierung nicht reduziert, und um die Mitarbeiter aus Wien zu unterstützen, wurde sogar ein Shuttleservice eingerichtet.

Tradition trifft auf Innovation

Das Herzstück des Unternehmens bleibt die Kniepresse, eine Erfindung aus dem Jahr 1872, die für die industrielle Produktion von Falzbögen entscheidend war. Diese Innovation hat die Grundlage für den Erfolg von Bertrams gelegt und ist bis heute von zentraler Bedeutung. Wolfram hebt hervor, dass die Firma einer der führenden Abgas- und Ofenrohr-Spezialisten Europas ist, und die aktuelle Leitung durch Hermine Rosen und ihn selbst ist ein klares Zeichen für die Familientradition, die seit der Gründung besteht.

Die Firma hat sich nicht nur auf den Großhandel konzentriert, sondern plant auch, den Endkundenmarkt und Baumärkte zu bedienen. Um diesen Plan zu verwirklichen, wird ein Ausbau des Angebots bei Fachgeschäften und im Online-Shop angestrebt. Dabei spielt die Logistik eine zentrale Rolle, um eine effiziente Belieferung in die Nachbarländer zu gewährleisten und neue Kunden zu gewinnen. In diesem Zusammenhang beobachtet Wolfram rund zehn Mitbewerber in Europa und kauft hauptsächlich bei österreichischen Rohstoffherstellern ein. Der wichtigste Absatzmarkt bleibt Deutschland, wo der Standort Österreich logistische Vorteile bietet.

Ein Blick auf die Industrie

Doch nicht nur Bertrams steht vor Herausforderungen. Laut der Studie „Made in Austria IndustriePANEL“ zeigt sich, dass viele Unternehmen in der heimischen Industrie mit Schwierigkeiten kämpfen. Nur 50,5 % der befragten Führungspersönlichkeiten bewerten die aktuelle Geschäftslage als positiv, der niedrigste Wert seit 2019. Protektionistische Tendenzen und geopolitische Spannungen belasten die Branche zusätzlich. Trotzdem haben 44,7 % der Unternehmen eine positive Beschäftigungserwartung für die nächsten fünf Jahre – ein Lichtblick in einem von Unsicherheiten geprägten Umfeld.

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Die Digitalisierung, der Einsatz von KI und der Fokus auf Kreislaufwirtschaft sind Trends, die auch bei Bertrams verfolgt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Mit 482 Industrierobotern pro 10.000 Beschäftigten liegt Österreich über dem internationalen Durchschnitt. Gleichzeitig messen 95,7 % der Betriebe der menschlichen Arbeit große Bedeutung bei, was zeigt, dass Technik und Mensch Hand in Hand arbeiten müssen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Branche entwickelt und welche neuen Perspektiven sich durch Innovation und Nachhaltigkeit eröffnen.