In Wien gibt es zurzeit ein ernsthaftes Problem, das nicht nur die Apothekeninhaber, sondern auch die ganze Nachbarschaft betrifft. Es sind die Einbrüche, die sich in alarmierender Häufigkeit häufen. Die Apothekerkammer macht darauf aufmerksam, dass die Täter oft unbegleitete Minderjährige sind. Diese jungen Täter, die vor ihrem 14. Geburtstag rechtlich nicht belangt werden können, scheinen sich auf die Bargeldbestände in den Kassen der Apotheken spezialisiert zu haben. Seit Anfang Mai wurden bereits neun Einbrüche gemeldet, und die Polizei ist aktiv auf der Suche nach den Verantwortlichen. Besonders betroffen sind die Bezirke Meidling, Hietzing, Ottakring und Liesing. Quelle.
Die Apothekerkammer fordert nun von der Politik und der Polizei dringend Maßnahmen, um diesem Trend Einhalt zu gebieten. Philipp Saiko, Präsident der Apothekerkammer Wien, berichtet, dass die Sachschäden durch die Einbrüche oft die erbeuteten Geldbeträge übersteigen. Das ist nicht nur ein finanzielles Problem, sondern auch eine immense Belastung für die Apotheker, insbesondere für Frauen, die Nachtdienste leisten. Um die Sicherheit der Mitarbeiter zu erhöhen, bietet die Kammer verstärkt Sicherheitsschulungen an und hat den Kontakt zur Stadtverwaltung intensiviert.
Einbrüche durch Jugendbanden
Die Situation wird noch komplizierter, wenn man bedenkt, dass es sich bei den Tätern meist um unbegleitete Minderjährige handelt, die Techniken zum Einbrechen in Apotheken erlernt haben. Ein Polizeisprecherin Michaela Rossmann berichtet, dass seit dem 16. März insgesamt 21 Einbrüche registriert wurden. Die Täter haben gelernt, automatische Schiebetüren zu öffnen oder einzudrücken, was die Apothekenbetreiber zusätzlich unter Druck setzt. Es wird geschätzt, dass in Wien etwa 60 bis 70 Mitglieder in diesen Jugendbanden aktiv sind, von denen 20 bis 30 in den betroffenen Bezirken operieren. Quelle.
Um dem entgegenzuwirken, rät die Apothekerkammer ihren Mitgliedern, die Kassen am Abend auszuräumen und offen zu lassen, um zu zeigen, dass dort nichts mehr zu holen ist. Dies könnte potenzielle Täter abschrecken. Bisher wurden keine Medikamente entwendet, das Hauptziel ist klar: das Bargeld. Die Sachschäden sind beträchtlich und übersteigen oft den Wert des erbeuteten Geldes. Die Polizei ermittelt weiterhin aktiv und hat bereits Verdächtige identifiziert, während das Landeskriminalamt (LKA) ebenfalls in die Ermittlungen eingebunden ist.
Notwendige Maßnahmen für mehr Sicherheit
Ein enger Austausch zwischen der Polizei und der Apothekerkammer soll die Betroffenen sensibilisieren und neue Sicherheitsstrategien entwickeln. Die Apothekerkammer drängt auf eine erhöhte Polizeipräsenz insbesondere während der Nachtstunden, um die Sicherheit der Apotheken während der Bereitschaftsdienste zu garantieren. Geplant sind auch weitere Gespräche mit Gesundheitsstadtrat Peter Hacker und Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl, um nachhaltige Lösungen für das Problem zu finden. Die Situation bleibt angespannt und die Apotheker hoffen auf baldige Maßnahmen, um sich und ihre Geschäfte besser schützen zu können. Quelle.