Wien unter Hitze: Schließungen der „Coolen Zonen“ sorgen für Verwirrung und Kritik
Die Hitzewelle, die derzeit über Wien schwappt, sorgt für einen regelrechten Ausnahmezustand. Mit Temperaturen, die bis zu 41 Grad Celsius erreichen, suchen viele Menschen nach Möglichkeiten, sich abzukühlen. Ironischerweise bleibt ein Großteil der „Coolen Zonen“ in der Stadt am heißesten Wochenende des Jahres, also am Samstag und Sonntag, geschlossen. Von 34 Standorten sind sage und schreibe 30 nicht zugänglich – ein Umstand, der nicht nur für Verwirrung sorgt, sondern auch für reichlich Kritik. Diese „Coolen Zonen“ sind eigentlich kostenfrei zugängliche Kühlräume, die in Büchereien, Amtshäusern und Pensionistenclubs eingerichtet wurden, um den Menschen in der Sommerhitze eine Erfrischung zu bieten.
Besonders ärgerlich ist die Schließung der Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz, die aufgrund einer defekten Klimaanlage ebenfalls geschlossen bleibt. Judith Pühringer, die Landesparteivorsitzende der Wiener Grünen, bezeichnet die Situation als absurd und zynisch. Angesichts der extrem hohen Temperaturen ist es schwer nachzuvollziehen, warum die Stadt nicht auf die Bedürfnisse ihrer Bürgerinnen und Bürger reagiert, die dringend einen kühlen Ort suchen. Stadtrat Czernohorszky hat zwar auf die Trägerorganisationen verwiesen und die Idee einer Öffnung am Wochenende unterstützt, doch letztlich liegt die Entscheidung bei den jeweiligen Institutionen.
Alternative Kühlmöglichkeiten
<pEin Lichtblick für die Hitzegeplagten gibt es dennoch: Im Bezirk Neubau konnten drei weitere Zonen nach Intervention von Stadtrat Peter Hacker öffnen. Zudem gibt es vier All-In-Standorte, die ihre Türen geöffnet haben – in Erdberg, Neubau, Penzing und Ottakring. Die Not-Klimaoasen der Caritas sind eine weitere Option für alle, die der Hitze trotzen möchten. Diese sind in der Krypta der Pfarre Canisius am Alsergrund am Samstag von 14 bis 17 Uhr und im Garten der Pfarre Atzgersdorf in Liesing am Sonntagnachmittag zugänglich. Die Caritas bittet zudem um Spenden für Obdachlose und armutsbetroffene Menschen, die unter dieser extremen Hitze leiden.
<pInteressanterweise haben die Wiener Familienbäder ihre Öffnungszeiten angepasst und öffnen am Wochenende bereits um 10 Uhr anstatt wie zuvor um 13 Uhr. Diese Regelung gilt bis zum Ferienbeginn am 3. Juli und stellt sicher, dass die Badegäste die Möglichkeit haben, sich rechtzeitig abzukühlen. Für viele Familien ist dies eine willkommene Entlastung in der drückenden Hitze.
Kritik und Reaktionen
<pDie Schließungen der „Coolen Zonen“ während dieser Hitzewelle werfen Fragen auf. Die Wiener Grünen haben deutlich gemacht, dass sie die Entscheidung der Stadtverwaltung hinterfragen. Die Menschen in Wien haben ein Recht auf Erfrischung, besonders wenn die Temperaturen so extrem ansteigen. Anstatt sich in klimatisierten Räumen zu erholen, bleibt vielen nur der Weg in die überfüllten Schwimmbäder oder die Not-Klimaoasen der Caritas.
<pDie Situation verdeutlicht ein zentrales Problem: Wie gut sind wir auf solche Extremwetterlagen vorbereitet? In einer Stadt, die mit den Herausforderungen des Klimawandels konfrontiert ist, sollte es doch möglich sein, den Bürgerinnen und Bürgern an heißen Tagen die notwendigen Rückzugsmöglichkeiten zu bieten.
<pWeitere Informationen finden Sie auf wien.orf.at.
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