In Ottakring, einem der lebhaftesten Stadtteile Wiens, hat sich ein kreatives Kleinod etabliert: die Galerie Ananas. Mit gerade einmal 13 Quadratmetern, aufgeteilt auf zwei kleine Räume, bezeichnet sich dieser Ort sogar selbst als „die zweitkleinste Galerie von Wien“. Ein amüsanter Gag, den Clemens Ettenauer, der Verleger und Betreiber, mit einem Augenzwinkern teilt. Der Fokus der Galerie liegt auf wechselnden Ausstellungen, die sich mit „Komischer Kunst“ beschäftigen. Aktuell läuft die Ausstellung „Wiener Schmäh – Cartoons über die Bundeshauptstadt“, die vom 5. Juni bis 19. Juli zu sehen sein wird.

Diese Ausstellung thematisiert den typischen „Wiener Schmäh“ und das bunte Leben in der Stadt. Mit humorvollen Cartoons von Künstlern wie Bernd Ertl, Harald Havas und Stefanie Sargnagel wird ein liebevoller und scharfsinniger Blick auf das lokale Leben geworfen. Ettenauer beschreibt die Werke als eine Art Spiegel, der die Facetten des Wiener Alltags reflektiert – von Geschichten aus dem Kaffeehaus über die Atmosphäre an einem Würstelstand bis hin zu Anekdoten vom Zentralfriedhof. Ein Beispiel für den typischen Wiener Humor ist der Cartoon „Wiener sterben anders“ von Clemens Ottawa.

Ein Ort für Kunst und Kultur

Der Salon Ananas, der im März 2023 eröffnet wurde, ist nicht nur eine Galerie, sondern auch ein Geschäft, das Produkte mit Wiener Schmäh und Grätzlkultur anbietet. Hier findet man alles von Hernalser Schneekugeln bis hin zu Postkarten von lokalen Künstlern. Ettenauer, der zuvor 12 Jahre ein Geschäft namens „Komische Künste“ im Museumsquartier betrieb, eröffnete den Salon nur sechs Wochen nach der ersten Besichtigung des Standortes in der Ottakringer Straße 135. „Ich wollte einen Ort schaffen, wo die Leute einkaufen und gleichzeitig Kunst erleben können“, erzählt er.

Die Mieten in Ottakring sind laut Ettenauer noch leistbar, was es ihm ermöglicht, diesen kreativen Raum ins Leben zu rufen. Geplant sind in den kommenden Monaten kuratierte Ausstellungen, die die lokale Kunstszene weiter beleben sollen. Die Galerie Ananas und der Salon Ananas bilden somit eine Symbiose aus Kunst und Kommerz, die das kreative Potenzial des Stadtteils widerspiegelt.

Wien ist bekannt für seine vielfältige Kulturszene, und Orte wie die Galerie Ananas tragen dazu bei, dass der „Wiener Schmäh“ nicht in Vergessenheit gerät. In einer Stadt, wo das Leben oft von Traditionen und einem besonderen Humor geprägt ist, ist die Verbindung von Kunst und Alltagskultur ein wertvoller Beitrag zur Identität Wiens. Während der Besucher durch die kleinen Räume schlendert, kann er spüren, dass hier nicht nur Kunst ausgestellt wird – es wird ein Lebensgefühl transportiert, das die Menschen zusammenbringt.

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