In Wien, genauer gesagt in den Bezirken Favoriten, Ottakring und Hernals, gibt es eine besorgniserregende Situation: Zu wenig Polizistinnen und Polizisten. Die Vorsteher dieser Bezirke, Stefanie Lamp und Peter Jagsch (beide SPÖ), haben bereits im letzten Jahr eine Petition gestartet, die sich für 100 zusätzliche Polizeibeamte in ihren Stadtteilen stark macht. Die Initiative „Mehr Polizei für Wien“, ins Leben gerufen von Marcus Franz (SPÖ), findet ebenfalls Unterstützung. Die Personalsituation, insbesondere in Ottakring und Hernals, wird von den Verantwortlichen als „schockierend“ bezeichnet. Das Stadtpolizeikommando Ottakring, zuständig für den 16. und 17. Bezirk, hat nominell 269 Planstellen, jedoch sind davon nur 197 Beamte tatsächlich im Dienst.

Die Gespräche mit dem Innenminister zur Verbesserung dieser Lage haben bisher keine Fortschritte gebracht. Es bleibt also abzuwarten, wie die Situation sich entwickeln wird. Die Initiative fordert eine gerechte und transparente Aufteilung der Polizeikräfte in ganz Österreich. Interessanterweise weist die Polizei darauf hin, dass auch die Kräfte, die bezirksübergreifend bei Einsätzen tätig sind, in die Personalstatistik einfließen. Dazu gehören unter anderem die Bereitschaftseinheit Wien, die Polizeidiensthundeeinheit, die WEGA, die EGS und das Landeskriminalamt Wien, was die Zahlen ein wenig relativiert.

Sicherheitslage in Wien

Doch die Lage ist angespannt. Laut einer aktuellen Statistik sind die Gewaltdelikte in Wien leicht steigend, und die Jugendkriminalität hat sich seit 2021 mehr als verdoppelt. Dieser besorgniserregende Trend wird von der FPÖ, die Alarm schlägt über die Sicherheitslage in der Stadt, nicht ignoriert. Sicherheitssprecher Stefan Berger und AUF-Polizei-Chef Reinhold Maier äußern ihre Bedenken, insbesondere im Hinblick auf einen schockierenden Vorfall – der Fall eines sechsjährigen Mädchens, das vergewaltigt wurde, hat die Diskussion über die Sicherheitslage in Wien neu entfacht. Berger bezeichnet die aktuellen Fälle als Symptom einer außer Kontrolle geratenen Sicherheitslage und kritisiert, dass Wien nicht mehr als sichere Stadt angesehen werden kann.

Die Zahlen sind alarmierend: Rund 1.000 Messerattacken pro Jahr – das sind zwei bis drei Angriffe täglich! Die FPÖ sieht bereits sichtbare Folgen in verschiedenen Stadtteilen, wie etwa am Yppenplatz und Keplerplatz. Maier macht den Personalmangel bei der Polizei für die angespannte Lage verantwortlich. In den vergangenen Jahren hat Wien 2025 um 390 Polizisten weniger gehabt, 412 Beamte haben freiwillig den Dienst verlassen und 44 wurden versetzt. Trotz dieser alarmierenden Situation wurden 2025 nur 775 von den geplanten 2.500 neuen Polizeibeamten in Wien eingestellt. Das hat zur Folge, dass Streifen und Inspektionen reduziert wurden.

Gleichzeitig werden die Forderungen nach mehr Personal und besserer Ausstattung immer lauter. Die FPÖ warnt vor einem sicherheitspolitischen Blindflug, der nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Polizisten selbst betrifft. Die Bürger fragen sich, wie lange diese Situation noch tragbar ist und ob die notwendigen Maßnahmen endlich ergriffen werden.

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