Die Wiener Polizei hat in einer beeindruckenden Aktion gegen den organisierten Drogenhandel ein starkes Signal gesetzt. Am 30. März 2026 nahmen Ermittler der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) insgesamt acht Verdächtige fest. Diese stammen aus verschiedenen Ländern – Österreich, Bosnien, Serbien und Slowenien – und stehen im Verdacht, Teil eines kriminellen Netzwerks zu sein, das Drogen in großem Stil vertreibt. Die Durchsuchungen führten zu einer massiven Sicherstellung von Drogen und Bargeld. Allein bei einem 19-jährigen Serben, der 106 Gramm Kokain an zwei 23-jährige Österreicher übergab, fanden die Beamten auch Bargeld in Höhe von 6.600 Euro und ein Drogenlager in seiner Wohnung in Wien-Meidling. Hier lagerten 22 Kilogramm Marihuana, 4,6 Kilogramm Kokain und 6,6 Kilogramm Cannabisharz.
Ein weiterer spektakulärer Moment ereignete sich, als ein 54-jähriger slowenischer Staatsbürger auf der A22 bei Stockerau gestoppt wurde. In seinem Fahrzeug fanden die Beamten 3,3 Kilogramm Kokain und Bargeld. Auch ein 24-jähriger Serbe, der in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus festgenommen wurde, hatte mehr als 15.000 Euro Bargeld bei sich. Eine 34-jährige Österreicherin, die sich um den Verbleib mehrerer Verdächtiger kümmern wollte, fiel ebenfalls in die Hände der Polizei. Bei dieser großangelegten Amtshandlung wurden insgesamt 8,1 Kilogramm Kokain, mehr als 22 Kilogramm Marihuana, 6,6 Kilogramm Cannabisharz und über 23.000 Euro Bargeld sichergestellt. Bis auf einen Verdächtigen wurden alle in eine Justizanstalt eingeliefert.
Weitere Festnahmen und Drogenfunde
Am 21. April 2026 beobachteten die Beamten eine verdächtige Übergabe zwischen einem 34-jährigen Bosnier und einem 31-jährigen Serben. Bei der Festnahme des Bosniers wurden mehr als ein Kilogramm Marihuana und rund 2.300 Euro Bargeld sichergestellt. In seiner Wohnung fanden die Ermittler 600 Gramm Kokain und mehr als 26.000 Euro Bargeld. Der 31-jährige Serbe, der in Wien-Penzing festgenommen wurde, hatte rund 3.000 Euro Bargeld sowie 28,5 Kilogramm Marihuana und knapp 400 Gramm Kokain in seiner Wohnung. Beide Verdächtigen wurden in eine Justizanstalt eingeliefert, während die Ermittlungen in diesem komplexen Fall weiterlaufen.
Diese Einsätze verdeutlichen die Entschlossenheit der Behörden, gegen den Drogenhandel und die damit verbundene organisierte Kriminalität vorzugehen. Laut einem gemeinsamen Aktionsplan der Bundesregierung, der am 25. Februar 2026 verabschiedet wurde, wird die Bekämpfung organisierter Kriminalität als zentrale Herausforderung angesehen. Der Aktionsplan zielt darauf ab, die Strafverfolgung und Sicherheitsbehörden neu aufzustellen und den Informationsaustausch zwischen diesen zu verbessern. Organisierte Kriminalität stellt nicht nur eine Bedrohung für die innere Sicherheit dar, sondern schädigt auch das Vertrauen in den Staat.
Die Schadenssumme durch Delikte im Jahr 2024 betrug laut Bundeskriminalamt 2,65 Milliarden Euro. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betont die Notwendigkeit, den Kampf gegen diese Form der Kriminalität zu verstärken. Neue Technologien sollen dabei helfen, Datenanalysen zu automatisieren und eine bessere Zusammenarbeit der Behörden zu ermöglichen. Der Aktionsplan sieht auch die Schaffung zusätzlicher Kompetenzzentren zur Bekämpfung der Finanzkriminalität vor, um illegale Vermögenswerte schnell zu identifizieren und einzuziehen.
Diese Entwicklungen zeigen, wie ernst die Situation ist und wie wichtig es ist, dass die Behörden weiter konsequent gegen solche kriminellen Strukturen vorgehen. Die jüngsten Festnahmen in Wien sind ein klarer Beweis dafür, dass die Polizei nicht nur reagiert, sondern auch proaktiv handelt, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.
