Am Mittwochabend, dem 27. April 2026, feierte die Österreichische Blindenwohlfahrt ihr 200-jähriges Bestehen im Johann Wilhelm Klein-Haus in Penzing, Wien. Zu diesem besonderen Anlass waren zahlreiche prominente Gäste anwesend, darunter die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Diese Feierlichkeit markiert nicht nur ein Jubiläum, sondern auch einen bedeutenden Moment in der Geschichte der Organisation, die auf eine lange Tradition der Unterstützung und Inklusion von Menschen mit Sehbehinderung zurückblickt.
Landeshauptfrau Mikl-Leitner hob in ihrer Ansprache die essentielle Bedeutung der konkreten Unterstützung im Alltag hervor und betonte, dass Inklusion aktiv gelebt werden müsse. Sie wies darauf hin, dass Barrierefreiheit noch nicht selbstverständlich sei, und mahnte an, dass sowohl im öffentlichen Raum als auch digital noch viel zu tun sei. Dies ist ein wichtiger Punkt, der die Herausforderungen unterstreicht, mit denen Menschen mit Behinderungen konfrontiert sind.
Würdigung und Dankbarkeit
Bundespräsident Van der Bellen würdigte die Bedeutung des Johann Wilhelm Klein-Hauses als Zuhause für die Bewohner und dankte den Mitarbeitern für ihre Empathie, Respekt und Kompetenz. In einem feierlichen Moment überreichte er der Geschäftsführerin Brigitte Fila das „Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“. Diese Auszeichnung ist ein Zeichen des Respekts und der Anerkennung für die wertvolle Arbeit, die in der Blindenwohlfahrt geleistet wird.
Weitere Redner bei der Veranstaltung waren Vizepräsidentin Maria Rauch-Kallat sowie Stefanie Vasold, die die Grüße des Wiener Bürgermeisters überbrachte. Peter Berger präsentierte die Publikation „Lichtblicke“, die die 200-jährige Geschichte der Organisation dokumentiert und damit einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur leistet.
Talente und Fähigkeiten im Fokus
Ein bewegender Moment der Feier war der Dank der Bewohnerin Helga Zach, die die Talente und Fähigkeiten von Menschen mit Einschränkungen in den Mittelpunkt stellte. Ihre Worte erinnerten alle Anwesenden daran, dass jeder Mensch, unabhängig von seinen Fähigkeiten, wertvolle Beiträge zur Gesellschaft leisten kann. Der musikalische Rahmen der Feier wurde von dem Streichquartett Amai gestaltet, das die festliche Atmosphäre mit seiner Darbietung bereicherte.
Das Jubiläum der Österreichischen Blindenwohlfahrt ist nicht nur ein Rückblick auf 200 Jahre Engagement, sondern auch ein Aufruf zur weiteren Verbesserung der Lebensqualität für Menschen mit Behinderungen. Der gesellschaftliche Diskurs über Inklusion und Barrierefreiheit ist nach wie vor von großer Bedeutung, wie auch die Forschung zur Disability History zeigt. Diese beleuchtet die Herausforderungen und Errungenschaften in der Geschichte der Behindertenpolitik und die Notwendigkeit, die Rechte und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu fördern. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Studien zur Emanzipationsbewegung und zu den Herausforderungen des Begriffs Behinderung.
Für mehr Details zur Veranstaltung und deren Bedeutung können Sie die vollständigen Berichte auf meinbezirk.at und noen.at nachlesen.