Digitale Teilhabe für Senioren: Ein Erlebnistag im Pensionistenwohnhaus Gustav Klimt
Im Herzen von Wien-Penzing, genauer gesagt im Pensionistenwohnhaus Gustav Klimt, fand ein ganz besonderer „digitaler Erlebnistag“ statt. Hier wurden die Senioren nicht nur mit digitalen Geräten vertraut gemacht, sondern auch mit einer neuen Welt, die viele von ihnen zuvor nur aus Erzählungen kannten. Die Herausforderung, die sich für viele Pensionisten beim Umgang mit modernen Technologien stellt, wurde an diesem Tag auf spielerische Weise angegangen. Junge Menschen des Vereins für Training, Integration und Wirtschaft (T.I.W.) standen bereit, um ihre älteren Nachbarn zu unterstützen und ihnen den Zugang zur digitalen Welt zu erleichtern.
Die Aktivitäten waren sowohl lehrreich als auch unterhaltsam. Von Tennis und Volleyball auf der Nintendo Switch über das Ausmalen von Bildern auf Tablets bis hin zur Erkundung des Globus mit Google Earth – die Vielfalt war beeindruckend. Besonders begeistert zeigte sich die 81-jährige Sylvia Bukowski von der VR-Erfahrung, die sie in die faszinierende Unterwasserwelt und nach Venedig entführte. „Das war einfach unglaublich!“, schwärmte sie. Viele der Pensionisten, die an diesem Tag teilnahmen, hatten zum ersten Mal Kontakt mit Künstlicher Intelligenz (KI). Die Jugendlichen halfen ihnen sogar, sich virtuell zu verkleiden und Bilder generieren zu lassen – eine Erfahrung, die für viele eine echte Überraschung war.
Digitale Teilhabe für Senioren
Die 17-jährige Salma sprach offen über die Herausforderungen, die ältere Menschen im Umgang mit digitalen Medien haben. Sie betonte die Bedeutung der Unterstützung durch jüngere Generationen. „Es ist nicht einfach für sie, aber wir können helfen“, sagte sie. Das Programm „Ausbildungsfit“, gefördert vom Sozialministerium Wien und dem Europäischen Sozialfond (ESF), hat genau das Ziel: Es verbindet digitale Bildung mit sozialer Gemeinschaft und gibt Senioren ein Stück Sicherheit im Umgang mit neuen Technologien. Daniela Weinholz, die Gründerin des Vereins Qualitätszeit, unterstrich die Wichtigkeit solcher Initiativen für ältere Menschen.
Eine neue Studie, die am 15. Januar 2026 vorgestellt wurde, untermauert die Relevanz solcher Programme. Laut der Untersuchung, die vom Bundesseniorenministerium und dem Digitalverband Bitkom durchgeführt wurde, nutzen mittlerweile 74 Prozent der über 65-Jährigen das Internet – ein bemerkenswerter Anstieg im Vergleich zu 48 Prozent im Jahr 2020. Besonders aktiv sind die 65- bis 69-Jährigen, von denen 98 Prozent online sind. Diese Zahlen zeigen, dass die digitale Teilhabe auch für ältere Menschen zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung
Die Nutzung des Internets hat sich für Senioren als eine Möglichkeit herausgestellt, sich im Alltag besser zurechtzufinden. 92 Prozent der Befragten schreiben E-Mails, 80 Prozent nutzen Online-Banking und 76 Prozent kaufen online ein. Diese digitale Offenheit zeigt, dass die Mehrheit der älteren Menschen die Digitalisierung als Chance für die Gesellschaft sieht. Allerdings wünschen sich 96 Prozent Unterstützungsangebote zur Stärkung ihrer digitalen Kompetenzen. Das Bedürfnis nach Schulungen ist hoch, besonders in ländlichen Regionen, wo der Zugang zu digitalen Bildungsangeboten oft eingeschränkt ist.
Um dem entgegenzuwirken, starten 2026 verschiedene Projekte der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), die die digitale Teilhabe älterer Menschen fördern sollen. Unter dem DigitalPakt Alter wird an der Vernetzung kommunaler Strukturen gearbeitet, um nachhaltige Initiativen zu schaffen. Das Kompetenznetzwerk KI & Alter (KoKIA) wird die Vernetzung von Bildung, Praxis und Forschung vorantreiben, um alltagsnahe KI-Anwendungen zu entwickeln. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um älteren Menschen den Zugang zu digitalen Technologien zu erleichtern und ihre Kompetenzen zu fördern.
Diese Entwicklungen zeigen, dass die digitale Welt nicht nur für die Jüngeren, sondern auch für die älteren Generationen immer zugänglicher wird. Die Kombination aus Unterstützung durch junge Menschen und strukturierten Bildungsangeboten könnte der Schlüssel sein, um eine digitale Kluft zu überwinden und ein gemeinsames Miteinander zu fördern.
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