In Wien-Penzing sorgt die Unterführung bei der Zehetnergasse, die sich in der Nähe der U4-Station Unter St. Veit befindet, für anhaltende Diskussionen und Kritik von Anrainern. Diese kritischen Stimmen heben hervor, dass die Situation zwischen Fahrzeugen und Passanten zunehmend gefährlich wird. Besonders zu Stoßzeiten wird der enge Korridor für Fahrzeuge, Fahrräder und Fußgänger zum Problem. Gerhard Hämmerle, ein blinder Anwohner, beschreibt diese Unterführung sogar als „potentiell hochriskantes Nadelöhr“. Er fordert einfache Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit, wie etwa Markierungslinien, bessere Beleuchtung und eine Temporeduktion.
Stefan Mangold, ein weiterer besorgter Anwohner, teilt seine Erfahrungen und schildert die Gefahren, die insbesondere für Familien mit Kindern oder Kinderwagen bestehen. Es gibt Berichte über gefährliche Begegnungen auf dem Gehsteig, die Passanten regelrecht auf die Fahrbahn drängen. Die Situation wird noch komplizierter, da es in der Nähe keine echte Ausweichroute gibt. Auch die Polizei hat diesen Abschnitt im Fokus, stuft ihn bislang jedoch nicht als Unfallhäufungsstelle ein. Dennoch nimmt sie die Anliegen der Anwohner ernst.
Geplante Verbesserungen
Langfristig sind Änderungen an der Unterführung geplant, die im Zuge der Umbauten an der Verbindungsbahn umgesetzt werden sollen. Die ÖBB plant eine grundlegende Erneuerung, die eine lichten Breite von etwa 15 Metern und eine vergrößerte Durchfahrtshöhe vorsieht. Die breiten Gehsteige und entsprechenden Fahrspuren für PKW und Radfahrer sollen dazu beitragen, die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Auch die Beleuchtung wird in Abstimmung mit der MA33 – Wien leuchtet eingerichtet. Trotz einer Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof bleibt der Zeitplan für die Attraktivierung der Verbindungsbahn unverändert, und die Arbeiten sollen voraussichtlich im Herbst beginnen.
Fußverkehr als Schlüssel zur Mobilität
Es ist interessant zu beobachten, wie solche lokalen Herausforderungen im Kontext größerer Strategien stehen. Im Februar 2025 hat das Bundesministerium für Verkehr (BMV) eine Fußverkehrsstrategie veröffentlicht, die darauf abzielt, das Zufußgehen als gleichberechtigte Mobilitätsform zu stärken. Ziel ist es, die Lebensqualität in Städten und Gemeinden zu steigern, die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern und gleichzeitig den Klima- und Umweltschutz voranzutreiben. Die Strategie sieht gesetzliche Anpassungen vor, die unter anderem die Novellierung der Straßenverkehrs-Ordnung umfassen. Zielgruppe sind nicht nur Fußgänger, sondern auch gefährdete Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen.
Das Engagement für eine sichere und barrierefreie Fußverkehrsinfrastruktur wird auch durch Fördermaßnahmen untermauert. So standen im Jahr 2024 2,5 Millionen Euro zur Verfügung, um innovative Modellvorhaben zu unterstützen. Die Planung des Fußverkehrs erfolgt größtenteils auf kommunaler Ebene, wobei Aspekte wie sichere Querungen, gute Beleuchtung und attraktive Aufenthaltsräume im Vordergrund stehen.
Die Sorgen der Anwohner in Penzing sind Teil eines größeren Puzzles, das zeigt, wie wichtig es ist, die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer ernst zu nehmen. Die Herausforderungen, die in dieser Unterführung bestehen, sind nicht nur lokale Probleme, sondern spiegeln die Notwendigkeit wider, dass Fußverkehr und Radwege in der Stadtplanung stärker berücksichtigt werden müssen. In diesem Sinne ist die Entwicklung der Unterführung nicht nur eine Frage der Infrastruktur, sondern auch ein Schritt hin zu mehr Sicherheit und Lebensqualität für alle.