In den letzten Tagen wurde die Pfarre Heilige Mutter Teresa in Oberbaumgarten von einem schmerzlichen Vorfall erschüttert. Am 25. März kam es in der Kirche „Zu den Vier Heiligen Evangelisten“ zu einem Vandalenakt, bei dem zwei von vier wertvollen Bronzeskulpturen entwendet und zwei weitere beschädigt zurückgelassen wurden. Diese Skulpturen, die die Symbole der Evangelisten – Löwe, Stier, Engel und Adler – darstellen, wurden vom renommierten österreichischen Bildhauer Josef Pillhofer anlässlich des 40-jährigen Pfarrjubiläums gestaltet. Der ideelle Verlust der Kunstwerke wird von der Pfarre als weit schwerwiegender als der Materialwert beschrieben, was die Tragweite des Vorfalls unterstreicht.

Die Pfarre hat die Öffentlichkeit um Mithilfe gebeten und sucht nach Hinweisen zu den gestohlenen Skulpturen. Gesucht werden zwei etwa 30 Zentimeter große Metallfiguren. Ehrliche Finder können sich bei der Polizei oder der Pfarrkanzlei Oberbaumgarten melden. Die Hoffnung auf die Rückkehr der Kunstwerke bleibt bestehen, auch wenn die Kirche seit dem Vorfall tagsüber geschlossen bleibt. Diese Maßnahme ist notwendig, um die Sicherheit des Gebäudes und der verbliebenen Skulpturen zu gewährleisten, und die Pfarre bittet um Verständnis für diese Entscheidung.

Der Künstler Josef Pillhofer

Josef Pillhofer ist ein bedeutender Künstler, dessen Werke in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen zu finden sind. Neben den Skulpturen in Oberbaumgarten hat er im Laufe seiner Karriere viele andere bemerkenswerte Kunstwerke geschaffen. Zum Beispiel, 1953 schuf er die Büste von Kaiser Maximilian I., die heute in der Kanonenhalle des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien zu bewundern ist. Darüber hinaus hat er auch ein Denkmal für Sinti und Roma in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen gestaltet – ein starkes Zeichen für die Erinnerungskultur. Pillhofers Schaffen ist geprägt von einer tiefen Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz und seinen Arbeiten spiegeln oft die Komplexität und Fragilität des Lebens wider.

Seine Skulpturen sind nicht nur kunsthistorisch wertvoll, sondern auch emotional aufgeladen und laden zur Reflexion ein. Die Entwendung der Skulpturen aus der Pfarre ist daher nicht nur ein Verlust für die Gemeinde in Oberbaumgarten, sondern auch für die gesamte Kunstszene in Österreich. Die Kunstwerke von Pillhofer sind nicht nur Teil der religiösen Symbolik, sondern auch ein Stück österreichischer Kulturgeschichte.

Ein Appell an die Gemeinschaft

Die Pfarre hat sich an die Gemeinde gewandt, um Unterstützung bei der Aufklärung des Vorfalls zu erhalten. Es sind nicht nur die Kunstwerke, die verloren gegangen sind, sondern auch ein Teil des kulturellen Erbes, das mit ihnen verbunden ist. Ob die Skulpturen zurückkehren, bleibt abzuwarten, doch die Hoffnung darauf ist stark. In Zeiten wie diesen zeigt sich, wie wichtig es ist, gemeinsam für den Erhalt von Kunst und Kultur einzutreten.

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Die Schließung der Kirche ist eine vorübergehende Maßnahme, und die Gemeinde hofft, bald wieder die Türen öffnen zu können. Bis dahin bleibt nur abzuwarten und zu hoffen, dass die ehrlichen Finder sich melden. Der Verlust dieser wertvollen Kunstwerke ist schmerzlich, aber die Solidarität und der Zusammenhalt der Gemeinschaft könnten vielleicht einen Lichtstrahl in diese dunkle Episode bringen.