In Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus sorgt die geplante Alkoholverbotszone rund um den Westbahnhof für rege Diskussionen. Ab dem 8. Mai 2026 wird der Alkoholkonsum in diesem Gebiet, das sich von der Felberstraße über den Neubaugürtel und den Christian-Broda-Platz bis zur Palm- und Kohlenhofgasse erstreckt, verboten. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) kündigte das Verbot während einer Pressekonferenz am 27. April an und betonte die Notwendigkeit dieser Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit.
Die Stadt und die Polizei sehen das neu eingeführte Maßnahmenpaket als wichtigen Schritt zur Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung. Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl hebt hervor, dass die Maßnahmen erforderlich sind, um Gewalttaten vorzubeugen und die Sicherheit in einem Bereich zu erhöhen, der in den letzten Jahren immer wieder in den Schlagzeilen war. Auch Bezirksvorsteher Dietmar Baurecht (SPÖ) unterstützt die Initiative und verweist darauf, dass der Westbahnhof von vielen Menschen frequentiert wird.
Schutzzone rund um den Fritz-Imhoff-Park
Zusätzlich zur Alkoholverbotszone wird eine Schutzzone rund um den Fritz-Imhoff-Park eingerichtet. Diese Schutzzone soll helfen, Drogenhandel entgegenzuwirken und die Sicherheit, besonders von minderjährigen Besuchern, zu gewährleisten. Innerhalb dieser Zone hat die Polizei die Möglichkeit, Personen, die eine Gefährdung darstellen, wegzuweisen und den Zugang zu untersagen. Die Verordnung dieser Schutzzone ist zunächst auf maximal sechs Monate befristet, kann jedoch verlängert werden.
Die Schutzzone wird durch verschiedene flankierende Maßnahmen unterstützt. So sind häufigere Reinigungen durch die MA 48 und intensivere Grünschnittarbeiten durch die MA 42 geplant. Auch bauliche Veränderungen im Fritz-Imhoff-Park sollen eine bessere Durchmischung der Nutzergruppen ermöglichen. Ein zusätzlicher Zaun wird den Park in den Nachtstunden sperren, während die Wiener Linien ihre Sicherheitspräsenz in der U6-Station Gumpendorfer Straße verstärken.
Reaktionen und Ausblick
Die Einführung des Alkoholverbots wird von verschiedenen politischen Parteien unterschiedlich bewertet. FPÖ-Klubobmann Manfred Dvorak sieht das Verbot als langjährige Forderung und betont die Notwendigkeit, die Probleme im öffentlichen Raum ernst zu nehmen. ÖVP-Obmann Felix Ofner fordert darüber hinaus eine wienweite Sucht- und Drogenstrategie und möchte, dass die Alkoholverbotszone auch die U6-Station Gumpendorfer Straße umfasst.
Die neuen Maßnahmen sind Teil einer umfassenderen Strategie zur Bekämpfung von Drogenhandel und Gewaltkriminalität in der Umgebung des Westbahnhofs. In der Vergangenheit gab es bereits verschiedene Initiativen, um die Sicherheitslage zu verbessern; dennoch ist der Westbahnhof als Hotspot für diese Probleme bekannt. Die Stadt Wien reagiert nun mit dieser Offensive, um die Lebensqualität in der Nachbarschaft zu erhöhen und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.
Die Entwicklung der Sicherheitslage rund um den Westbahnhof und die U-Bahnstation Gumpendorfer Straße bleibt abzuwarten. Es wird erwartet, dass diese Maßnahmen auch Auswirkungen auf angrenzende Gebiete haben werden, und es gibt bereits Diskussionen über mögliche zukünftige Alkoholverbotszonen, beispielsweise am Hauptbahnhof. Der Erfolg dieser Maßnahmen wird entscheidend sein für die weitere Diskussion über die Sicherheit im öffentlichen Raum in Wien.
Für weitere Informationen zu diesem Thema lesen Sie den Artikel auf MeinBezirk und Kosmo. Auch die Krone berichtet über die Hintergründe und Auswirkungen der neuen Regelungen.