Am Sonntag, dem 31. Mai 2026, wird die Jugendsportanlage im Auer-Welsbach-Park in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus zum Schauplatz einer außergewöhnlichen Performance mit dem Titel „Aufheben“. Um 15:00 Uhr werden Besucher eingeladen, sich auf eine Reise durch die Erinnerungen der Holocaust-Überlebenden Dita Segal zu begeben. Die Veranstaltung, die vom Verein coobra organisiert wird, verspricht eine berührende Verbindung von Tanz, Klang und Erinnerung, unter der künstlerischen Leitung von Maayan Mozes Platnic und musikalischer Begleitung durch Herbert Könighofer.

Die Performance behandelt zentrale Themen wie Verlust, Zusammenhalt und die Herausforderungen des Erinnerns. Besonders eindrucksvoll sind die Bilder des Kinderkreises, aus dem Dita ausgeschlossen war, und der Flieder, der als Sinnbild der Erinnerung dient. Ziel ist es, einen Raum für gemeinschaftliche Erfahrung und Heilung zu schaffen. Wer Interesse hat, sollte sich jedoch beeilen: Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich. Anmeldungen sind unter marmota@gmx.at möglich. Diese Veranstaltung ist Teil des Erinnerungsprojekts Herklotzgasse 21, welches von verschiedenen Institutionen wie dem Zukunftsfonds der Republik Österreich und der Stadt Wien (MA 7) unterstützt wird.

Einblicke in die Erinnerungskultur

In einem ähnlichen Geist findet am 26. November 2024 eine Veranstaltung der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte statt, die sich ebenfalls mit den Lebensgeschichten von Holocaust-Überlebenden beschäftigt. Hier werden Filmbeiträge über die ZDF-Mediathek zugänglich gemacht, um diese wichtigen Geschichten zu bewahren und weiterzugeben. Geplant sind auch ein Podiumsgespräch sowie eine Filmvorführung mit dem Titel „Zeugnisse – Interviews mit Holocaust-Überlebenden“, gefolgt von einer Interaktion, bei der Schüler*innen Fragen an die Überlebenden stellen können.

Es ist ermutigend zu sehen, wie vielfältige Ansätze zur Erinnerungskultur entstehen. Die Deutsche Nationalbibliothek in Frankfurt am Main wird dabei als Partner fungieren und hat auch eine Ausstellung mit digitalen Zeitzeugnissen initiiert. Diese Formate nutzen moderne Medien, um jüngere Generationen zu erreichen und ein Bewusstsein für die Geschichte des Holocaust zu schaffen. Dabei wird deutlich, dass die Aufarbeitung und Vermittlung dieser Geschichten nicht nur eine Pflicht der älteren Generation ist, sondern auch eine Aufgabe für die Jugend.

Digitale Begegnungen mit Zeitzeugen

Die Initiative, Erinnerungen lebendig zu halten, zeigt sich auch in Projekten wie „Shoah Stories“, das digitale Wege nutzt, um jüngeren Menschen die Geschichte näherzubringen. Hier werden kurze Videos und virtuelle Führungen angeboten, um die Erlebnisse von Holocaust-Überlebenden zu teilen. Über 20 internationale Museen und Bildungseinrichtungen beteiligen sich an dieser wichtigen Aufgabe. Das ist nicht nur innovativ, sondern auch notwendig, denn laut der Jewish Claims Conference werden bis 2040 schätzungsweise 90% der Holocaust-Überlebenden nicht mehr leben.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

In diesem Kontext ist es umso wichtiger, dass Veranstaltungen wie die Performance „Aufheben“ und die ZDF-Initiative nicht isoliert, sondern als Teil eines größeren Netzwerks von Erinnerungsprojekten betrachtet werden. Das Engagement der Künstlerin Maayan Mozes Platnic und des Vereins coobra zeigt, wie Kunst und Gemeinschaftsaktionen dazu beitragen können, das Gedenken lebendig zu halten. Die Herausforderungen des Erinnerns sind groß, doch die Vielfalt der Ansätze und die Bereitschaft, Geschichten zu erzählen, sind ermutigend.