Am vergangenen Wochenende kam es in Wien zu zwei spektakulären Verfolgungsjagden, die nicht nur für die beteiligten Fahrer, sondern auch für die Öffentlichkeit äußerst gefährlich waren. Die Verdächtigen gaben an, aus Angst vor der Polizei geflohen zu sein, was jedoch nicht die Gefahren entschuldigt, die sie in Kauf nahmen.
Im ersten Fall, der sich in Wien-Simmering ereignete, raste ein Autofahrer mit atemberaubenden 121 km/h durch eine 50er-Zone. Der 21-jährige Österreicher drehte mitten auf der Fahrbahn um und setzte seine Flucht mit stark überhöhter Geschwindigkeit fort. Die Verfolgung führte über die Ostbahnstraße und die Klederinger Straße bis nach Schwechat, wo der Fahrer Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h erreichte. Dabei überfuhr er nicht nur eine rote Ampel, sondern gefährdete auch eine Fußgängerin auf einem Schutzweg. Schließlich stellte der Fahrer sein Fahrzeug in der Plankenwehrstraße ab und versuchte, zu Fuß zu fliehen, wurde jedoch von der Polizei gefasst. Sein Führerschein wurde vorläufig abgenommen und er sieht sich mehreren Anzeigen gegenüber.
Gefährliche Flucht in Heiligenstadt
Der zweite Vorfall ereignete sich in Heiligenstadt, wo ein Fahrer mit 78 km/h in einer 50er-Zone gemessen wurde. Dieser Lenker raste auf einen Polizisten zu und wich erst kurz vor dem Beamten aus. Die Verfolgungsjagd erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 170 km/h. Rund eine Stunde später wurde der Fahrer erneut gesichtet und floh erneut mit bis zu 160 km/h. In diesem Fall mussten mehrere Personen bei einem Lokal zur Seite springen, um nicht in die Gefahrenzone zu geraten. Der 19-jährige Fahrer, afghanischer Herkunft und bereits vorbestraft, wurde schließlich im Bereich Unterer Schreiberweg gestoppt und angezeigt.
Verfolgungsjagden, wie sie in diesen Fällen stattfanden, sind im realen Leben äußerst gefährlich und mit einem hohen Unfallrisiko verbunden. Die Polizei verfolgt verdächtige Personen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Dabei zieht die Flucht vor der Polizei in der Regel keine Sanktionen nach sich, es sei denn, es werden Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten begangen. Zu den häufigsten Verstößen während einer Verfolgungsjagd gehören Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlichtverstöße und die Gefährdung des Straßenverkehrs. Bei einem Unfall während einer Verfolgungsjagd haftet in der Regel der flüchtende Autofahrer oder dessen Kfz-Haftpflichtversicherung.
Die Polizei hat das Recht, Verkehrsregeln zu verletzen, um die Verfolgung durchzuführen, muss jedoch stets versuchen, Gefahren für Unbeteiligte zu minimieren. In stark frequentierten Innenstädten kann eine Verfolgungsjagd eingestellt werden, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Die Strafen für die Beteiligten hängen von den Umständen der Verfolgungsjagden ab und pauschale Einschätzungen sind nicht möglich.
Die Vorfälle vom Wochenende verdeutlichen, wie wichtig es ist, sich an die Verkehrsregeln zu halten und die Gefahren, die mit solch rücksichtslosen Handlungen einhergehen, nicht zu unterschätzen. Es bleibt zu hoffen, dass die Betroffenen die Konsequenzen ihres Handelns erkennen und die Sicherheit im Straßenverkehr für alle oberste Priorität hat.