Im Herzen von Wien-Simmering hat sich in den letzten Jahren einiges getan, was die Abschiednahme von verstorbenen Haustieren betrifft. Das örtliche Krematorium, das seit 1992 für die Bestattung von Tieren verantwortlich ist, verzeichnet einen bemerkenswerten Anstieg bei den Bestattungen. Jährlich werden hier rund 3.500 Tiere beerdigt – ein enormer Anstieg von etwa 60 Prozent im Vergleich zum letzten Jahrzehnt. Immer mehr Tierbesitzer sehen ihre Tiere als Familienmitglieder und wünschen sich einen würdevollen Abschied, der dem emotionalen Verlust gerecht wird.

Um diesem steigenden Bedarf gerecht zu werden, wurde das Betriebsgebäude im vergangenen Jahr erweitert. Ein neuer „Verabschiedungsraum“ wurde errichtet, der es den Angehörigen ermöglicht, in einem ruhigen und respektvollen Ambiente von ihren geliebten Haustieren Abschied zu nehmen. Die neue dritte Ofenanlage sorgt dafür, dass die Abläufe beschleunigt werden und Wartezeiten für die Tierbesitzer verkürzt werden. Das Krematorium bietet nun auch einen Kühlschlafraum für die verstorbenen Haustiere, in dem sie bis zur Einäscherung aufbewahrt werden können. Die Asche wird in einer Urne gesammelt, die die Familie mit nach Hause nehmen kann. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen Platz auf dem Tierfriedhof Wien in einem Urnengrab oder einer Urnenwand zu wählen.

Moderne Bestattungsmöglichkeiten

Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt an Bestattungsarten, die mittlerweile zur Verfügung stehen. Die klassische Bestattung auf dem eigenen Grundstück ist zwar nicht immer möglich, wenn bestimmte Vorschriften dies verbieten, aber es gibt viele Optionen. Dazu gehören die Erdbestattung auf einem Tierfriedhof in einem Reihengrab oder die anonyme Bestattung in einem Wiesengrab. Für viele Tierbesitzer ist die Einzelkremierung eine attraktive Lösung. Hierbei wird das verstorbene Tier allein verbrannt, und die Asche wird in einer Urne übergeben – ein ganz persönlicher Moment der Erinnerung.

Die tierische Trauerkultur hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Heutzutage nutzen immer mehr Menschen virtuelle Tiergedenkstätten im Internet, um die Trauer um ihre verstorbenen Haustiere zu bewältigen. Und auch die Idee einer Diamantbestattung, bei der aus der Asche oder dem Haarkleid des Tieres ein synthetischer Erinnerungsdiamant hergestellt wird, gewinnt an Beliebtheit. Der Prozess dauert etwa drei bis vier Monate – eine wundervolle Möglichkeit, den geliebten Begleiter auch nach dem Tod in einer besonderen Form bei sich zu tragen.

Ein ganzheitlicher Ansatz

Tierbestatter stehen den Tierbesitzern rund um die Uhr zur Verfügung, um die verstorbenen Heimtiere zeitnah abzuholen. In einem „Raum der Stille“ können die Angehörigen in Ruhe von ihren Tieren Abschied nehmen. Hierbei ist es wichtig, dass die individuellen Wünsche der Tierbesitzer respektiert werden. Die Verwendung von religiösen Symbolen bei der Tierbestattung bleibt umstritten und sollte im Einzelfall besprochen werden.

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Es ist bemerkenswert, dass die Tierbestattung eine lange Geschichte hat, die bis zu 12.000 Jahre zurückreicht. In vielen Kulturen der Welt wird der Tod eines geliebten Haustieres mit Respekt und Feierlichkeit behandelt. Die steigende Anerkennung der emotionalen Bindung zwischen Mensch und Tier ist ein Zeichen unserer Zeit. In einem Land wie Österreich, wo der Respekt vor Tieren tief verwurzelt ist, ist es nur logisch, dass auch die Bestattungspraktiken sich weiterentwickeln müssen. Wer also in Wien-Simmering einen würdevollen Abschied sucht, findet im Krematorium eine einfühlsame und respektvolle Lösung.

Die Informationen stammen aus einem Artikel auf 5min.at und den Ratgebern des Tierbestatter-Bundesverbands.

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