Hitzewelle in Wien: Temperaturen über 40 Grad und höchste Warnstufe ausgerufen
Es ist wieder einmal soweit: Eine Hitzewelle hat Österreich fest im Griff, und besonders Wien zeigt sich von seiner heißesten Seite. Die Temperaturen steigen, und die Menschen fragen sich, wie sie mit dieser extremen Hitze umgehen sollen. Nach den Prognosen wird es in den Nächten zwischen 25 und 27 Grad warm bleiben. In der Nacht auf Samstag, den 27. Juni, sind sogar Tiefstwerte zwischen 21 und 26 Grad zu erwarten. Am Samstag selbst könnte die Quecksilbersäule auf bis zu 38 Grad klettern! Und der Sonntag, oh je, da könnte die 40-Grad-Marke in Wien überschritten werden – ein historischer Rekord, der die bisherigen Werte in den Schatten stellen würde. Der alte Rekord liegt bei 39,6 Grad, aufgestellt am 8. August 2013.
Und es kommt noch dicker: Die höchste Hitzewarnstufe wurde für Nordostösterreich ausgerufen. Selbst die ÖBB, die österreichischen Bundesbahnen, haben bereits eine Hitzewarnung für ihre Fahrgäste herausgegeben. Es wird empfohlen, ausreichend Wasser zu trinken und die Sonne zu meiden, wo es nur geht. Die kommenden Tage versprechen nicht nur heiße Temperaturen, sondern auch weitere Tropennächte bis zur Mitte der nächsten Woche. Spannend wird es auch hinsichtlich möglicher Rekordwerte für Tropennächte, die bisher bei 26,9 Grad (2. August 2017) und 23 Grad (23. Juli 2015) lagen.
Hitzeschutz und Hilfe
Die Grünen haben bereits gefordert, die „Coolen Zonen“ am Wochenende zu öffnen, damit die Menschen einen kühleren Rückzugsort finden können. Die Caritas Wien reagiert ebenfalls auf die extremen Bedingungen und weitet ihre Hitzehilfe aus. Sie bittet um Spenden, um Betroffenen in dieser schweren Zeit zu helfen. Denn nicht jeder kann sich einfach in den kühleren Schatten zurückziehen oder sich eine Klimaanlage leisten.
Doch die Hitzewelle ist nicht nur ein lokales Phänomen. Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass 2023 eines der heißesten Jahre in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen war. Laut dem Bericht des EU-Klimabeobachtungsdienstes Copernicus hat sich Europa schneller erwärmt als andere Kontinente. Die Temperaturen stiegen seit den 1980er Jahren fast doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Schockierend ist, dass 2023 die höchste Anzahl an Tagen mit „extremer Hitzebelastung“ verzeichnete. In elf Monaten lagen die Temperaturen über dem Durchschnitt, und 2023 könnte das heißeste oder zweitheißeste Jahr in Europa werden.
Gesundheitliche Auswirkungen
Die anhaltende Hitze hat nicht nur Auswirkungen auf unser Wohlbefinden, sondern kann auch ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Anhaltender Hitzestress kann Krankheiten verschlimmern und das Risiko für Hitzschlag erhöhen. In den letzten 20 Jahren stieg die hitzebedingte Sterblichkeit in der WHO-Region Europa um etwa 30 Prozent. Experten warnen, dass die Häufigkeit, Intensität und Dauer von Hitzewellen steigen werden. Das hat natürlich schwerwiegende Konsequenzen für unsere öffentliche Gesundheit.
Die aktuellen Hitzephänomene sind also nur ein kleiner Teil eines viel größeren Problems. Der Klimawandel, die Urbanisierung und die alternde Bevölkerung tragen alle dazu bei, dass die Auswirkungen extremer Hitze noch verstärkt werden. Es ist höchste Zeit, dass auch in der Gesundheitspolitik ein Umdenken stattfindet. Nur durch umfassende Hitzeschutz-Aktionspläne mit Frühwarnsystemen können wir verhindern, dass die Menschen unter der Hitze leiden. Die Zeichen stehen auf Alarm – und das nicht nur in Wien.
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