Am 21. September 2026 war es endlich soweit: Der Verkauf der Wiener Neustädter Gemeindebauten wurde offiziell abgeschlossen. Eine große Sache für die Stadt! Insgesamt 1.646 Wohnungen wechselten den Besitzer, während 2.256 Einheiten über viele Jahre im Besitz der Stadt waren. Die Gemeindewohnungen, die als wertvolles „Familiensilber“ galten, waren eine finanzielle Belastung für die Stadt, die jährlich mit einem Minus von 4 Millionen Euro zu kämpfen hatte. Im April 2025 entschloss sich die Stadtregierung, den Großteil der Wohnungen zu verkaufen und lediglich 600 im städtischen Besitz zu behalten.

Die letzten drei Wohnungspakete wurden nun vergeben. 289 Mieteinheiten gingen an die EGW Erste gemeinnützige Wohnbaugesellschaft mbH sowie an den Unternehmer Mirza Sehic. Die Übergabe der Wohnungen ist für den 1. Oktober geplant. Ein großer Schritt für die Stadt, um die finanzielle Situation zu entlasten und Spielräume für Investitionen in städtische Projekte zu schaffen. Mieter wurden bereits informiert, dass es keine vertraglichen Änderungen geben wird. Sehic, der seit fast 15 Jahren in Wiener Neustadt tätig ist und auch das Parteibüro der Grünen in der Lederergasse als Mieter hat, plant eine Mieterversammlung, um offene Fragen zu klären.

Neuer Wind im sozialen Wohnbau

Die Stadt Wiener Neustadt ordnet den sozialen Wohnbau neu, was nicht nur ein finanzieller, sondern auch ein sozialer Schritt ist. Mindestens 25% der Mieteinheiten – das sind 610 Einheiten – bleiben im städtischen Eigentum. In den kommenden 18 Monaten werden private Interessenten für die restlichen Mieteinheiten gesucht. Die Neuorganisation soll die Budgetsituation der Stadt entlasten und Geld für gemeinnützige Projekte freimachen. Schließlich führt der aktuelle Zustand der kommunalen Wohnbau zu hohen Darlehensbelastungen und Sanierungskosten, die sich die Stadt nicht mehr leisten kann.

Die Mieter in städtischen Objekten bleiben unverändert. Das heißt, die Stadt bleibt Vermieterin und plant, sich verstärkt auf Sanierungen mit einem Fokus auf Wohnkomfort und Nachhaltigkeit zu konzentrieren. Bei einem Eigentümerwechsel können sogar Investitionen in die Immobilien erfolgen, was die Qualität der Wohnungen verbessern könnte. Wichtig zu wissen: Die Auswahl der neuen Eigentümer erfolgt transparent und sorgfältig – es gibt einen EU-weiten Ausschreibungsprozess. Wohnungen werden nicht an Privatpersonen verkauft, sondern ausschließlich an professionelle Interessenten.

Ein Blick in die Zukunft

Aktuell gibt es in Wiener Neustadt 2.192 Gemeindewohnungen, von denen etwa 500 (also 22%) leer stehen. Die Stadt strebt an, mit Städten wie St. Pölten oder Graz vergleichbar zu werden und bietet derzeit 45 Gemeindewohnungen pro 1.000 Einwohner an. Die Neuorganisation betrifft mehrere Objekte, darunter die Adlergasse und die Anton Ofenböck-Häuser. Ein Pool von Sozialwohnungen für Menschen mit geringem Einkommen bleibt ebenfalls bestehen. Bewährte Aktionen wie „Durchstarter-Wohnungen“ und „60+-Bonuswohnungen“ bleiben erhalten – das ist doch mal ein Lichtblick! In den letzten zehn Jahren wurden über 17 Millionen Euro in die Gemeindewohnungen investiert, und die Einnahmen aus der Neuorganisation sollen in die verbleibenden städtischen Immobilien fließen.

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Ein weiterer Punkt ist die Aufrechterhaltung der sozialen Verantwortung. Mieter werden über Entwicklungen informiert und sind durch das Mietrecht geschützt. Für viele Menschen in Wiener Neustadt sind die Gemeindewohnungen eine wichtige Säule der Wohnsituation. Der Zugang zu diesen Wohnungen erfolgt über das Wiener Wohn-Ticket, das bei Nachweis eines anrechenbaren Wohnbedarfsgrundes erhältlich ist. Auch wenn die Stadt nicht selbst in Immobilien investiert, bleibt sie ein wichtiger Akteur im sozialen Wohnbau.

Insgesamt steht Wiener Neustadt also vor einem spannenden Umbau im Wohnbereich. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die neue Struktur entwickelt und welche positiven Effekte sie für die Mieter und die Stadt mit sich bringt.