In der malerischen Skybar des Hotels Moser Verdino hat kürzlich ein bemerkenswertes Event stattgefunden – der „Wirtschaftsanker“ der Wirtschaftskammer Kärnten. Rund 80 Unternehmer und Entscheidungsträger kamen zusammen, um über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Klagenfurt zu diskutieren. Unter den Teilnehmern waren prominente Gesichter wie WK-Präsident Jürgen Mandl, WK-Vizepräsidentin Nika Basic und Bezirksstellenobmann Franz Ahm. Es war eine Veranstaltung, die nicht nur dem Austausch von Ideen diente, sondern auch ein Gefühl der Gemeinschaft unter den Unternehmern vermittelte. Ein bisschen Networking, das man nicht alle Tage hat! Mehr dazu hier.

Mandl äußerte sich optimistisch, trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen, die gegenwärtig bestehen. Er betonte die Leistungsfähigkeit der Unternehmen in Klagenfurt, die sich trotz widriger Umstände behaupten können. Franz Ahm legte den Fokus auf die Notwendigkeit, die Anliegen der Betriebe in das Stadtentwicklungskonzept und das Wirtschaftsleitbild einzubringen. Klagenfurt, so Ahm, müsse auf einen positiven Kurs gebracht werden. Und tatsächlich, es gibt erste positive Signale für die wirtschaftliche Entwicklung in der Stadt.

Analyse der Wirtschaftsstrukturen

Im Zuge dieser positiven Entwicklungen ist es wichtig, einen Blick auf die grundlegenden wirtschaftlichen Strukturen zu werfen. Daher startet das Klagenfurter Stadtmarketing und Wirtschaftsservice eine umfassende Analyse dieser Strukturen, unterstützt von Land Kärnten und der Wirtschaftskammer Kärnten. Ziel ist die Entwicklung nachhaltiger Standortstrategien, um den aktuellen Veränderungen in der Wirtschaft Rechnung zu tragen. Dabei stehen Themen wie die Hybridisierung des Einkaufsverhaltens und der Boom des Online-Handels im Vordergrund. Die letzte Analyse liegt immerhin schon über 10 Jahre zurück – höchste Zeit für neue, aktuelle Daten.

Stadtrat Max Habenicht hebt hervor, wie dringend die Stadt aktuelle Informationen benötigt, um eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung zu gewährleisten. Dabei spielt die Koralmbahn eine entscheidende Rolle, da sie große Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung Klagenfurts haben könnte. Die Analyse, die in sieben Bausteinen durchgeführt wird, wird die Handels-, Gastronomie-, Gewerbe- und Dienstleistungsstrukturen untersuchen und die Kaufkraftströme sowie die Besuchsmotive der Bürger beleuchten. CIMA Austria wurde mit dieser Aufgabe betraut, und die Ergebnisse sollen im Sommer 2023 veröffentlicht werden.

Innenstadt unter Druck

Doch nicht alles ist rosig. Die Klagenfurter Innenstadt steht unter erheblichem Druck. Rückläufige Kundenfrequenzen, prominente Geschäftsaufgaben und steigende Leerstände sind kein Geheimnis mehr. Eine aktuelle CIMA-Studie zeigt, dass Klagenfurt mit 3,8 m² Verkaufsfläche pro Einwohner österreichweit führend ist – ein Umstand, der nicht nur die Innenstadt, sondern auch den gesamten Handel herausfordert. Die peripheren Geschäftsflächen sind seit 2010 um satte 100.000 m² gewachsen. Das klingt zwar nach Wachstum, ist aber für die Innenstadt eine ernste Bedrohung.

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Franz Ahm fordert einen Schulterschluss aller politischen Entscheidungsträger, um die Innenstadt zu stärken. Ein „Pakt für die Innenstadt“ könnte hierfür ein sinnvoller Schritt sein. Die Studie, die CIMA seit Februar 2023 durchgeführt hat, umfasst 680 Befragungen und wertet die Standortdaten von 1.799 Unternehmen aus. Das sind handfeste Informationen, die als Grundlage für zukünftige wirtschafts- und standortpolitische Entscheidungen dienen sollen.

Die Herausforderungen sind klar: Der Online-Handel wächst weiter, und obwohl 85% des Kaufkraftvolumens von 686 Millionen Euro noch im lokalen Handel ausgegeben werden, ist das ein Rückgang im Vergleich zu 2010. Rund 79 Millionen Euro fließen mittlerweile an ausländische Internethändler – das ist fünfmal so viel wie noch vor über einem Jahrzehnt. Um dem entgegenzuwirken, wird eine Marketingoffensive in Slowenien und Oberitalien empfohlen, um Konsumenten zurückzugewinnen.

Es bleibt also spannend in Klagenfurt. Während einige Lichtblicke in der wirtschaftlichen Entwicklung sichtbar werden, stehen andere Herausforderungen im Raum, die es zu meistern gilt. Der „Wirtschaftsanker“ hat den ersten Schritt gemacht, um die Unternehmer zusammenzubringen und die Weichen für eine positive Zukunft zu stellen. Und wer weiß, vielleicht wird Klagenfurt bald wieder der florierende Wirtschaftsstandort, der es einmal war.

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