Ein packendes Drama entfaltet sich in den deutschen Bibliotheken, als die Veröffentlichung von Bruce Gilleys Monographie zur „Verteidigung des deutschen Kolonialismus“ eine hitzige Debatte über Zensur und politische Voreingenommenheit in der akademischen Welt entfacht. Gilley, ein anerkannter Politikwissenschaftler, wagte es, die gängigen Klischees der Debatte um „weiße Kolonialschuld“ zu hinterfragen, nur um zu erleben, dass sein Buch in den Regalen der renommierten Berliner Bibliotheken und zahlreicher Universitäten buchstäblich verschwand. Ein Weckruf für alle, die an die Unparteilichkeit von Wissensinstitutionen glaubten!
Es ist kein Zufall, dass inmitten dieser Kontroverse der erfahrene Bibliothekar Uwe Jochum seine Stimme erhebt und enthüllt, dass eine stille, aber kraftvolle Welle der Vorzensur die Literaturlandschaft durchzieht. Seine scharfe Beobachtung: In Bibliotheken, die sich einer „soliden linksgrünen Gesinnung“ verschrieben haben, werde bewusst das Schaffen rechter Verlage boykottiert. Ein deutlicher Beweis sind jene Werke, die es dennoch schaffen, in vergleichsweise großer Zahl verfügbar zu sein, wie zum Beispiel Beiträge zu queeren und feministischen Themen.
Die Bibliotheken als Bollwerke der „Demokratiearbeit“
Ein brisanter Hintergrund, der diese selektive Anschaffungspolitik untermauert, ist der Umschwung der bibliothekarischen Rolle seit 2016. Auf Druck des politischen Klimas werden Bibliotheken als „Bollwerke der Demokratie“ gefordert, die sich aktiv in die Förderung einer konstruktiveren Wahrnehmung von Migration einmischen sollen. Das umstrittene Demokratiefördergesetz der Ampelkoalition würde immense Steuergelder in diesen Sektor pumpen, um die Macht der Meinungsbildung zu stärken und jegliche Form der „Intoleranz“ zu bekämpfen.
Ein Angriff auf Meinungsfreiheit?
Doch nicht alle folgen diesem ideologischen Kreuzzug blind. Eine Umfrage enthüllt, dass viele Bibliothekare Bibliotheken weiterhin als politisch neutrale Orte betrachten. Sie verweigern sich einem rabidisch-politischen Aktivismus, indem sie sich an die Praxis halten, nur durch strafrechtliche Grenzen und jugendschutzrechtliche Bestimmungen in ihrer Buchauswahl eingeschränkt zu werden. Doch die andere Hälfte sieht in der gezielten Exklusion radikaler Verlage keine Schande, sondern eine Mission. Eine Mission, die ihre Skrupel angesichts der fließenden Definition von „Demokratiefeindlichkeit“ ersticken könnte.
Inmitten dieser hitzigen Auseinandersetzung bleibt die Frage: Ist die Meinungsfreiheit noch sicher, oder erleben wir einen schleichenden Verlust derselben in den Institutionen, die einst die Bastionen des freien Denkens und der Wissensvermittlung waren? Die Antwort darauf wird nicht nur die Zukunft der deutschen Bibliotheken bestimmen, sondern auch die des freien Diskurses in unserer Gesellschaft.