1.11. – Aufgewacht, schweißnass, das Herz aus dem Takt! Der ZDF-Mann greift hastig nach dem Handy: Noch ist Trump nicht Präsident! Die Welt dreht sich weiter… fürs Erste. Die Fahrt zum Hauptstadtstudio gestaltet sich an diesem frischen Morgen ohne Fahrrad. Das Taxi, der Fahrer: Dank Deutschlandradio finden die Gedanken Ruhe, während Harris in Michigan und Co. führt. „Trump braucht einen dieser Staaten“, raunt der Moderator. Doch dort sind die Bürger viel zu schlau für Trump, erklärt man uns.
12:06 Uhr – Die Nerven flattern, als Trump in Michigan plötzlich vorne liegt. „Die Leute dort sind saudumm“, schimpft der ZDF-Redakteur in Richtung Umfragen, die unerbittlich Zahlen ausspucken. Währenddessen wird eine Frontal-Kollegin auf der All-Gender-Toilette getröstet – das Nervenkostüm ist zerrüttet. Im Anti-Stress-Lounge-Bereich des Senders atmet man tief durch, umgeben von bunten Knautschkissen und Habeck-Pappfiguren. Die Geisteshaltung aller hier: ein beruhigender Gleichklang. Doch die Sendezeit ruft und der Plan ist klar: Harris-Anhänger gegen zahnlose Rednecks. Die Wahl ist klar… oder etwa doch nicht?
Alltag im Wahlk(r)ampf
4.11. – Schlaflosigkeit erreicht neue Höhen. Die Albträume schweben über dem Bett: Elon Musk und Transgender-Menschen auf einer Mars-Mission – erschreckend! Der Morgen beginnt ohne Quinoa, stattdessen wieder eine Taxifahrt ins Studio. Der Fahrer, wider Erwarten keine Unterstützung in der Sache. Verständnis für die Begeisterung über eine zentrale US-Präsidentschaftskandidatin: Fehlanzeige. Der Taxifahrer sieht Trump als einen „starken Macher“. Kein Trinkgeld, keine Diskussion! „Es gibt Grenzen“, entscheidet der Redakteur entschlossen.
Kurz darauf in vertrauter Runde der Fußballkneipe „11 Freunde für LGTBQ+-Rechte“. Die Diskussionen um die Weltlage reißen nicht ab. Ein Trump-Sieg, was wäre das für Deutschland und die Welt? Pläne für eine Flucht nach Schleswig-Holstein schmieden die Freunde. Dort, wo Frieden und Habeck zu Hause sind. Der Abend endet in einem Gewirr aus cineastischen Highlights und sarkastischen Gedankenspielen über die Neandertaler aus Übersee. Plötzlich stellt sich der Schlaf wieder ein.
Wahlen ohne Grenzen
5.11. – Wut im Bauch nach dem Besuch im Wahllokal. Heute ist Unterricht in der Martin-Schulz-Schule, doch die große Entscheidung findet jenseits des Atlantik statt. „Die Amis!“ So die Worte, die der ZDF-Mann in die Kissen schreit. Die typisch amerikanischen Attribute fließen wie Lava in die Gedankengänge, während der Wagen – der Geruch nach McDonald’s-Frühstück im Fond – gen Bürger gehen. Der Blick ist düster: Was, wenn diese burgerliebenden, waffenvernarrten Lebenskünstler tatsächlich entscheiden? Hoffnung bleibt, inmitten der wehenden Flaggen und der Wahlurnen. Gnade uns Gott!