Washington/Tel Aviv/Gaza/Beirut – Der Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen hat die geopolitischen Karten im Nahen Osten neu gemischt! Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu jubelt über die Aussicht auf verstärkte Unterstützung für seinen harten Kurs gegen die Hamas im Gazastreifen, die Hisbollah im Libanon und den Iran, der als Hauptunterstützer dieser Gruppen gilt. Doch auch der palästinensische Präsident Mahmud Abbas und andere arabische Staatschefs setzen große Hoffnungen auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem neuen US-Präsidenten.

Netanjahu spricht von einer „historischen Rückkehr ins Weiße Haus“, die einen Neuanfang für die amerikanisch-israelischen Beziehungen bedeuten könnte. Abbas hingegen zeigt sich optimistisch, dass Trump die palästinensischen Bestrebungen nach Freiheit und Unabhängigkeit unterstützen wird. Doch die Unberechenbarkeit Trumps könnte sich als riskantes Spiel in der ohnehin schon angespannten Region erweisen.

Trumps Einfluss auf den Nahen Osten

In seiner ersten Amtszeit (2017-2021) stellte sich Trump als Israels engster Verbündeter dar. Er verlegte die US-Botschaft nach Jerusalem und erkannte die Golanhöhen als israelisches Staatsgebiet an. Die Israelis erwarten von Trump eine Verbesserung der Sicherheitslage, wobei die Meinungen darüber, wie dies zu erreichen ist, stark variieren. Während extreme Rechte auf eine aggressive Politik gegen den Iran setzen, hofft das Mitte-Links-Lager, dass Trump sich nicht von Netanjahu manipulieren lässt.

Die geopolitische Landschaft hat sich jedoch verändert. Trump könnte Schwierigkeiten haben, die Unterstützung der arabischen Golfstaaten für eine aggressive Anti-Iran-Politik zurückzugewinnen. Bereits in seinem ersten Telefonat nach dem Wahlsieg sprach Netanjahu mit Trump über die Bedrohung durch den Iran. Der scheidende Präsident Joe Biden könnte in der Übergangszeit versuchen, ein schnelles Ende des Krieges im Nahen Osten herbeizuführen, ohne Rücksicht auf politische Befindlichkeiten in den USA nehmen zu müssen.

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