Am 22. Juni 2025 ereignete sich in der Mar-Elias-Kirche im Christenviertel Al-Duwaila in Damaskus ein verheerender Selbstmordanschlag. Der Attentäter, der sich während der Sonntagsmesse in die Luft sprengte, forderte mindestens 22 Todesopfer und verletzte 59 weitere Menschen. Dieser Angriff, der von der islamistischen Terrororganisation Islamischer Staat (IS) verübt worden sein soll, führte zu lautem Geschrei und blutverschmierten Straßen, wie Augenzeugen berichteten. Die syrische Innenbehörde und staatliche Nachrichtenagentur Sana haben den Attentäter eindeutig dem IS zugeschrieben.
In den letzten zehn Jahren haben sich die Angriffe auf Christen in Syrien erheblich verschärft. Der orthodoxe Patriarch von Damaskus hat die syrische Regierung scharf kritisiert und gefordert, dass sie die „volle Verantwortung“ für den unzureichenden Schutz der Bevölkerung gegen islamistischen Terror übernehmen muss. Trotz der verheerenden Lage leben in Syrien noch 300.000 bis 700.000 Christen. Vor dem Bürgerkrieg 2015 stellte ihr Anteil etwa 8-10% der Bevölkerung dar.
Hintergründe und Reaktionen
Die Region Al-Duwaila ist in den letzten Jahren immer wieder Ziel solcher Anschläge gewesen. Fundamentalistische Islamisten haben seit 2015 wiederholt Gewalt gegen Christen und deren Gotteshäuser ausgeübt. Der Vorfall hat auch die syrische Regierung alarmiert, die den Anschlag als Versuch ansieht, das Zusammenleben der verschiedenen Religionsgemeinschaften zu untergraben und das Land zu destabilisieren. Zudem erklärte das syrische Außenministerium, dass dieser Angriff darauf abzielte, „Chaos“ in der Gesellschaft zu verbreiten.
Türkische Behörden verurteilten den Anschlag als „perfiden Angriff“ und äußerten die Überzeugung, dass die syrische Regierung und das Volk geeint gegen terroristische Organisationen kämpfen müssen. Der IS hatte in der Vergangenheit bereits Truppen der islamistischen Regierung in Damaskus attacked und reflektiert damit die stark angespannten Verhältnisse im Land.
Niedergang der christlichen Gemeinschaften
Das Schicksal der christlichen Gemeinschaften in Syrien ist Teil eines größeren Musters von Verfolgung von religiösen Minderheiten im Nahen Osten. Laut der „Gesellschaft für bedrohte Völker“ leiden nicht nur Christen, sondern auch andere religiöse Minderheiten unter der Unterstützung radikalislamistischer Gruppen. Katar hat sich in den letzten Jahren als wichtiger Geldgeber dieser Gruppen etabliert, und die geopolitischen Spannungen in der Region tragen zur Verschärfung dieser Situation bei.
Die Aufforderung des Rates der Kirchen im Nahen Osten (MECC) an junge Christinnen und Christen, in der Region zu bleiben und sich nicht abschrecken zu lassen, steht in starkem Kontrast zu der Realität, die viele erfahren. Die Unterstützung durch westliche Regierungen für radikale Islamisten wird als verfehlt angesehen und verstärkt die Herausforderungen, vor denen religiöse Minderheiten stehen. Dies macht deutlich, dass Demokratie und Menschenrechte oft in den Hintergrund gedrängt werden, während religiöse Verfolgung und Gewalt weiter zunehmen.