In der Hauptstadt Ecuadors, Quito, wächst die Verzweiflung, während tausende von Menschen seit einer Woche ohne Trinkwasser leben. Dies ist die gravierendste Wasserknappheit seit 25 Jahren. Das tägliche Leben von etwa 400.000 Bewohnern ist durch den Notfall stark gestört, der durch einen Erdrutsch ausgelöst wurde, der eine Pipeline beschädigte, die einen Großteil des südlichen Quito mit Wasser versorgte.
Schwierige Lebensumstände in Quito
„Wir können nicht ohne Wasser leben!“, rufen die Anwohner des Stadtteils Chillogallo, während sie sich in einer Schlange an einer Straße aufstellen und auf die Ankunft eines Wassertanks warten. Die Notfallteams sind beschäftigt, Wasserversorgungen in sechs betroffene Gebiete zu verteilen und den Schlamm aus den beschädigten Pipelines zu entfernen, während die Stadt- und Bundesbehörden über Maßnahmen zur Bewältigung der Krise streiten.
Besondere Herausforderungen für ältere Menschen
Mit Eimern, Flaschen, Mülltonnen und anderen Behältern warten die Anwohner auf die Ankunft eines Wassertankers. Unter ihnen ist die 74-jährige Inés Castro, die verzweifelt sagt: „Ich lebe allein, ich bin ganz allein.“ Die Gemeinde hat 70 Wassertanker mobilisiert, doch diese reichen nicht aus, um alle zu versorgen, und folgen nicht immer einem Zeitplan. „Wir sind alt und können keine schweren Wasserbehälter mehr tragen. Wir haben hier seit dem Morgen in der Kälte gewartet, ohne etwas zu essen. Selbst zum Duschen haben wir kein Wasser“, fügt sie hinzu.
Unzureichende Wasserressourcen
Im Stadtteil Nueva Aurora haben die Menschen begonnen, Wasser aus einer Quelle zu sammeln, die nicht den sanitären oder Reinigungsstandards entspricht. Die Anwohner müssen mehrere Blocks laufen, um dieses Wasser zu holen, während andere Fahrräder oder kleine, selbstgebaute Wagen mieten, um die Behälter zu transportieren. “Das Wasser ist nicht trinkbar, aber es reicht für die Toilette,” berichtet ein Mann, der in Eile ankommt.
Teure Wasserbeschaffung
Die Suche nach Wasser wird für die Bewohner von südlichem Quito immer kostspieliger. Eine Frau erzählt: „Wir haben kein Wasser, um die Wäsche zu waschen. Manchmal zahlen wir 2 oder 3 Dollar für die Fahrt.“ María Tipán berichtet von bis zu acht Fahrten, die sie unternehmen muss, um genügend Wasser für die Wäsche ihrer Enkelkinder zu holen. „Wasser wird immer teurer, und wir bekommen keine Unterstützung“, klagt sie.
Streitigkeiten zwischen den Behörden
Die Behörden in Quito haben den Einsatz von 71 Wassertankern und anderen Wasserverteilungssystemen angeordnet, um die Notlage zu bewältigen. Bürgermeister Pabel Muñoz hat zugesichert, dass die Trinkwasserversorgung bis Sonntag wiederhergestellt werden soll. Er betont, dass dies die schwerste Wasserkrise ist, die Quito je erlebt hat, und dass über 500 Personen Tag und Nacht an der Lösung des Problems arbeiten.
Die Regierung hat die Vizepräsidentin María José Pinto mit der Unterstützung und Verteilung von Hilfsgütern an die betroffene Bevölkerung beauftragt. Der Nationale Notfalloperationsausschuss kündigte die Installation von drei tragbaren Wasseraufbereitungsanlagen an, um Gesundheitsprobleme zu vermeiden. Behördliche Auseinandersetzungen führen jedoch zu Schwierigkeiten bei der Koordination der Hilfsmaßnahmen.
Zusammenarbeit ist gefragt
Obwohl der Bürgermeister die mangelnde Kommunikation mit der nationalen Regierung kritisiert, fordert die Regierung von der Stadtverwaltung eine größere Kooperation, um die Probleme schnell zu lösen. Präsident Daniel Noboa hat sich bisher nicht öffentlich zu der Wasserkrise geäußert, während verschiedene soziale Gruppen und Gewerkschaften gegen die mangelnde Aufmerksamkeit der Regierung für soziale Belange protestieren.
Diese Wasserknappheit in Quito ist nicht nur eine logistische Herausforderung, sondern zeigt auch die tiefen sozialen und politischen Risse auf, die die Menschen in Ecuador betreffen. Eine schnelle Reaktion und Zusammenarbeit aller beteiligten Parteien sind entscheidend, um die Krise zu überwinden und die betroffenen Bürger zu unterstützen.