Regisseur Kamal Aljafari hat mit seinem Dokumentarfilm „With Hasan in Gaza“ ein eindrucksvolles Zeugnis über das Leben im Gazastreifen geschaffen. Der Film basiert auf Aufnahmen einer zweitägigen Reise durch Gaza im Jahr 2001, als Aljafari nach einem Mithäftling aus einem israelischen Gefängnis suchte, mit dem er 1989 inhaftiert war. Diese eindringlichen Bildnisse erscheinen nun, nach einer langen Phase der Abgeschlossenheit, als emotional aufgeladene „Zeitkapsel“ aus Gaza, die intime Momente und Gesichter von Kindern zeigt, wie Vienna.at berichtet.
Am 24. Oktober wird der Film im Rahmen der Viennale gezeigt. Aljafari nutzt eine Kamera, ein Foto und einen einheimischen Führer namens Hasan, um seine Erlebnisse festzuhalten. Der Film verzichtet auf Erklärungen oder Offkommentare und bietet stattdessen eine kraftvolle visuelle Erzählung. Texttafeln am Ende des Films geben lediglich den Kontext seiner Szenen preis. Die Aufnahmen zeigen Impressionen während der 2. Intifada, in der geschlossene Geschäfte auf volle Märkte treffen, wo Arbeitslose Karten spielen und Frauen über Granateneinschläge klagen.
Ein filmisches Zeitdokument
Die wertvollen Aufnahmen stammen aus MiniDV-Tapes, die Aljafari seit der Filmproduktion nicht mehr gesehen hatte. Wie The New Arab berichtet, stellt dieses Projekt eine Art „cinematic sabotage“ dar, ein Gegen-Narrativ zur Verlustgeschichte der Palästinenser. Durch die Verknüpfung von dokumentarischem und experimentellem Kino schafft Aljafari ein Werk, das die persönlichen und politischen Ungerechtigkeiten, denen die Palästinenser gegenüberstehen, reflektiert.
Das Kino als Medium hat für Aljafari eine besondere Bedeutung. Er betont, dass es zwar die Realität nicht verändern kann, aber die Bilder von Gaza werden vom Publikum wahrgenommen und können das menschliche Mitgefühl ansprechen. Besonders eindrücklich wird in der Filmographie die Resilienz der Menschen in Gaza dargestellt, die trotz widriger Bedingungen weiterhin Hoffnung schöpfen.
Ein Teil des größeren Kontexts
Der aktuelle Stand des Nahostkonflikts ist von langer Geschichte und Schmerz geprägt. Die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 führte zur sogenannten „Nakba“, wodurch hunderttausende Palästinenser ihre Heimat verloren. Seitdem erstreckt sich der Konflikt über Jahrzehnte, mit bedeutenden Ereignissen wie dem Sechstagekrieg von 1967, der israelischen Besetzungen und den verschiedenen Intifadas. Die Unsicherheiten und die fortwährende Besatzung hinterlassen tiefe Spuren im kollektiven Gedächtnis der Palästinenser, was die Relevanz von Aljafaris Dokumentation weiter unterstreicht, wie in fernsehserien.de ausführlich dargestellt wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass „With Hasan in Gaza“ nicht nur ein Dokument eines verschollenen Landes ist, sondern auch die anhaltenden Herausforderungen und die Widerstandsfähigkeit der palästinensischen Identität beleuchtet. Aljafari plant bereits seine nächsten Projekte, darunter „Beirut 1931“, mit dem Ziel, die palästinensische Geschichte weiter zu erzählen.