Während die Urlaubssaison in vollem Gange ist, schauen viele Deutsche nach neuen, spannenden Zielen. In den letzten Jahren waren die schwachen Währungen der Türkei und Italiens ein Magnet für Reisende, die auf der Suche nach Schnäppchen waren. Doch die Zeiten ändern sich. Blicke ich auf die kommenden Jahre, wird Mallorca 2026 teurer sein als Deutschland selbst, und das hat mit dem Wert des Euro zu tun. Stattdessen hat Japan sich als neues, günstiges Reiseziel etabliert, das die Touristen anlockt. Der Yen-Kurs liegt derzeit bei 185 Yen für 1 Euro, was Japan für Europäer attraktiv macht. In Tokio kostet ein Mittagsmenü weniger als 10 Euro – ein echtes Schnäppchen im Vergleich zu den Preisen in Frankfurt oder Berlin.

Japan galt vor 20 Jahren noch als teures Pflaster, und der Yen war damals bei der Hälfte des aktuellen Wertes. Doch die Zeiten haben sich gewandelt! Mit jahrzehntelanger Nullinflation oder sogar Deflation hat Japan viel zu bieten, und die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen sorgen für eine gewisse Unsicherheit. Die Zinsen steigen, was Inflationssorgen aufwirft. Zudem ist Japan als Ölimporteur von den Weltmarktpreisen abhängig, und die Iran-Krise hat den Druck auf die japanische Wirtschaft verstärkt. Trotzdem könnten fallende Ölpreise und sinkende Anleiherenditen kurzfristig positiv für die Volkswirtschaft sein.

Ein Aufschwung für den Tourismus

Der Tourismus in Japan hat sich von der Corona-Pandemie erholt. Die Grenzen wurden im Herbst 2022 für selbst organisierte Reisende geöffnet, und im Frühjahr 2023 war die vollständige Öffnung erfolgt. Im Oktober 2023 konnte Japan etwa 2,5 Millionen ausländische Besucher verzeichnen – mehr als in vergleichbaren Zeiträumen vor der Pandemie. Besonders erfreulich für die Reisebranche: 233.000 Deutsche haben im Jahr 2023 Japan besucht, fast so viele wie vor der Pandemie. Das Interesse am Japan-Urlaub wächst, und Japan wird zunehmend als „Trenddestination“ bezeichnet.

Der Wertverlust des Yen, der in den letzten zwei Jahren etwa 25 Prozent beträgt und ihn auf den schwächsten Stand seit 15 Jahren bringt, trägt sicher auch zur steigenden Nachfrage bei. Die lockere Zinspolitik der Bank of Japan, die den Leitzins bei -0,1 Prozent hält, hat den Yen weiter schwächen lassen. Das hat natürlich seine Tücken – Flugpreise aus Deutschland nach Japan sind im Vergleich zu 2019 um durchschnittlich 42 Prozent gestiegen. Im März 2024 werden Flüge von Hamburg nach Tokio zwischen 890 und 1.650 Euro kosten. Ein Standard-Doppelzimmer in Tokio liegt im Februar 2024 bei etwa 150 Euro pro Nacht.

Kulinarische Entdeckungen und mehr

Was die Preise für Essen angeht, sind die japanischen Angebote ziemlich attraktiv. Einfache Nudelsuppen gibt es schon für 3,70 bis 7,40 Euro, während Sushi in besseren Restaurants etwa 25 Euro kostet. Und der Nahverkehr in Tokio? Der ist wirklich erschwinglich – das günstigste U-Bahnticket kostet lediglich 1,10 Euro. Für Touristen gibt es außerdem die Möglichkeit, die Mehrwertsteuer bei Einkäufen über 5.000 Yen zurückzuerhalten. Zollfrei können Souvenirs bis zu einem Wert von 430 Euro nach Deutschland eingeführt werden – ein kleiner Bonus für alle, die gerne mit Erinnerungen nach Hause kommen.

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Besonders bei jüngeren Menschen erfreut sich Japan wachsender Beliebtheit. Die Buchungen von 12- bis 44-Jährigen haben sich im Oktober 2023 im Vergleich zu 2019 verdreizehnfacht. Ein Grund dafür könnte der Konsum japanischer Medien wie Manga, Anime und Gaming sein – das zieht viele junge Leute an.

Wenn wir einen Blick auf die internationalen Tourismusstatistiken werfen, wird klar, dass Japan nicht das einzige Land ist, das von einem Aufschwung profitiert. Weltweit reisten im Jahr 2023 rund 1,3 Milliarden Touristen. Das ist ein gewaltiger Anstieg im Vergleich zu den 166 Millionen im Jahr 1970. Europa bleibt das beliebteste Ziel mit 54,5 % der Ankünfte, gefolgt von Asien-Pazifik mit 18,1 %. Deutschland liegt dabei mit 28 Millionen Ankünften auf dem 8. Platz der beliebtesten Reiseziele.

Die internationalen Tourismuseinnahmen für 2023 belaufen sich auf etwa 1,4 Billionen US-Dollar. Deutschland trägt mit 32 Milliarden US-Dollar zu den Einnahmen bei und liegt damit im oberen Bereich der internationalen Vergleiche. Die Ausgaben pro Kopf für grenzüberschreitenden Tourismus zeigen, dass Deutsche mit durchschnittlich 1.080 US-Dollar nicht zu den höchsten Ausgabenländern gehören, aber dennoch ein bedeutender Markt sind.

Insgesamt zeigt sich, dass Japan, einmal als teures Reiseziel verschrien, jetzt für viele Deutsche eine erschwingliche und aufregende Option darstellt. Die Attraktivität des Landes, gepaart mit dem derzeitigen Yen-Kurs, könnte dazu führen, dass Japan für Reisende aus Europa noch interessanter wird. Wer hätte das gedacht?

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