Der Tourismus in Sachsen hat im Jahr 2022 einen bemerkenswerten Rückgang erfahren, und das erstmals seit dem Ende der Corona-Pandemie. Es ist schon ein bisschen schockierend, wenn man bedenkt, dass die Beherbergungsbetriebe lediglich rund 19,7 Millionen Übernachtungen verzeichnen konnten, was einen leichten Rückgang im Vergleich zu den beiden Vorjahren darstellt, in denen jeweils etwa 19,9 Millionen Übernachtungen gezählt wurden. Ein Rückgang von 7,2 Prozent bei ausländischen Gästen ist dabei besonders auffällig. Das zeigt, wie herausfordernd die Situation für die Branche nach der Pandemie bleibt. Wie berichtet, waren zum Stichtag Ende Juni 2022 noch 64.500 Menschen im Tourismus beschäftigt, was einem Rückgang von 0,3 Prozent entspricht. Es ist also ein bisschen wie ein Auf und Ab, wenn man sich die Zahlen anschaut.

Interessanterweise wurden die größten Zugewinne im Tourismus in der Region Chemnitz-Zwickau verzeichnet. Dies könnte mit der Nominierung Chemnitz‘ als Kulturhauptstadt 2025 zusammenhängen. Vielleicht zieht das mehr Besucher an, die die kulturellen Angebote der Stadt entdecken möchten. Solche Entwicklungen sind wichtig, um die Branche wieder auf Kurs zu bringen, besonders in einer Zeit, in der viele Bundesländer, wie auch Sachsen, Schwierigkeiten haben, die vorpandemischen Zahlen zu erreichen. In der Tat, die meisten Bundesländer schafften es im Jahr 2022 nicht, die Gästeübernachtungen auf das Niveau von 2019 zu heben. Nur Schleswig-Holstein und Hamburg konnten dies mit einem kleinen Anstieg der Übernachtungen aus dem Inland erreichen.

Die Auswirkungen der Pandemie auf den Tourismus

Ein Blick auf die Zahlen aus den letzten Jahren zeigt, dass der Rückgang der Gästeübernachtungen aus dem Ausland dramatisch war: 2020 erlebten wir einen durchschnittlichen Rückgang von 59,7 Prozent im Vergleich zu 2019, gefolgt von einem weiteren Rückgang von 60,3 Prozent im Jahr 2021. Auch die inländischen Gäste hatten es nicht leicht, mit einem Rückgang von 34,8 Prozent 2020 und 33,0 Prozent 2021. Berlin war dabei besonders betroffen, denn hier machten internationale Gästeübernachtungen zuvor etwa 45,4 Prozent der Gesamtübernachtungen aus. 2022 ging es zwar etwas besser, doch auch da verzeichnete man einen Rückgang von 34,5 Prozent bei den ausländischen Gästen und 12,0 Prozent bei den inländischen Gästen im Vergleich zu 2019.

Die Gründe für diese Entwicklungen sind vielfältig. Unterschiedliche Pandemie-Schutzmaßnahmen und lokale Inzidenzen beeinflussten die Tourismuszahlen der Bundesländer erheblich. In Rheinland-Pfalz gab es beispielsweise eine methodische Umstellung bei der Ermittlung der Übernachtungszahlen, die dazu führte, dass Campingplätze nun auch gezählt werden. Das zeigt, wie dynamisch und manchmal auch chaotisch die Situation sein kann. Es bleibt also spannend zu beobachten, wie sich der Tourismus in den kommenden Jahren entwickeln wird und ob Sachsen und andere Bundesländer aus dieser Krise gestärkt hervorgehen können.

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