Umweltbewusstsein im Urlaub: Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität
Heute ist der 8.07.2026, und wir schauen mal rüber nach Deutschland, wo sich gerade spannende, aber auch etwas nachdenklich stimmende Entwicklungen im Bereich der Reisekultur abspielen. Eine aktuelle Studie von HolidayCheck, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut KANTAR, hat herausgefunden, dass das Umweltbewusstsein der Deutschen im Urlaub erheblich sinkt. Während sich rund 70 % der Befragten im Alltag als nachhaltig einstufen, sind es im Urlaub nur noch 56 %. Das ist schon ein kleiner Schock, oder? Ein Drittel der Urlauber gibt sogar an, dass sie an ihrem Urlaubsort weniger auf die Umwelt achten. Hierbei sprechen wir von einem Phänomen, das als „Say-Do-Gap“ bekannt ist – die Diskrepanz zwischen dem, was Menschen sagen, und dem, was sie tatsächlich tun.
Bei näherer Betrachtung zeigen die Ergebnisse der Umfrage, dass Reisende im Urlaub gerne mal die Zügel schleifen lassen: Handtücher werden häufiger ausgetauscht, Buffets werden ausgiebiger genutzt, und auf die Verpackung und Herkunft von Produkten wird weniger geachtet. Gründe dafür sind vielfältig. Mangelnde Infrastruktur, wie fehlende Recyclingcontainer und unklare Mülltrennungsregeln, spielen eine Rolle. Auch emotionale Motive, wie der Wunsch, sich etwas zu gönnen, und schlichtweg Bequemlichkeit, tragen dazu bei. Interessanterweise möchten 30 % der Befragten im Urlaub nicht einmal an Nachhaltigkeit denken. Und das Schlimmste? Über 50 % der Reisenden, die weniger umweltbewusst handeln, haben gelegentlich ein schlechtes Gewissen dabei.
Generation Z und das Say-Do-Gap
Besonders krass ist die Kluft zwischen Anspruch und Handeln bei der Generation Z, also den 16- bis 31-Jährigen. Hier gibt es einen Rückgang von 39 % bei nachhaltigem Verhalten. Das ist wirklich besorgniserregend, wenn man bedenkt, dass diese Generation in einer Welt aufwächst, die zunehmend von Klimawandel und Umweltproblemen geprägt ist. Auf der anderen Seite zeigen interessante Zahlen, dass 44 % der Befragten sich nachhaltiger verhalten würden, wenn Hotels Anreize bieten – wie zum Beispiel Preisnachlässe für mehrfach genutzte Handtücher. Das zeigt doch, dass es Möglichkeiten gibt, die Menschen zu motivieren!
Eine britische Studie von WTTC und YouGov bestätigt das Bild: Über 60 % der Befragten bezeichnen sich als umweltbewusst, doch nur rund 20 % berücksichtigen Nachhaltigkeit bei ihren Reiseentscheidungen. Das ist ein weiterer Beleg für die Herausforderung, die wir im Bereich des Reisens haben. Laut einem Bericht des Umweltbundesamtes aus 2024 stehen zwei Drittel der Deutschen Nachhaltigkeit positiv gegenüber, aber nur 3 % der Urlaubsreisen über fünf Tage werden von nachhaltigen Kriterien geleitet. Preis und Bequemlichkeit haben oft Vorrang – selbst bei den umweltbewussten Reisenden.
Verantwortung und Rahmenbedingungen
Die Verantwortung für mehr Nachhaltigkeit liegt nicht nur bei den Reisenden selbst, sondern auch bei großen Unternehmen und der nationalen Regierung. Viele Menschen erwarten von Institutionen, dass sie den Rahmen für nachhaltiges Verhalten schaffen. Ein Großteil der Reisenden ist sich nicht einmal sicher, was eine nachhaltige Reiseoption bedeutet. 43 % wissen nicht, was das beinhaltet, und 27 % empfinden Nachhaltigkeitslabels als unübersichtlich. Die Mehrheit der Informationen über Nachhaltigkeit wird in klassischen Medien gefunden, während einige aktiv im Internet danach suchen.
Ein ermutigender Aspekt ist, dass 43 % der Befragten ihr Verhalten aufgrund von Nachhaltigkeitsberichterstattung geändert haben. Besonders die sogenannten „Hopeful Worriers“ scheinen hier einen positiven Einfluss zu haben. Der WTTC-Bericht empfiehlt, dass nachhaltige Angebote nicht nur ökonomische Vorteile bieten, sondern auch leicht zugänglich sind. Klare Kommunikation und erkennbare Siegel sind ebenfalls wichtig, um die Reisenden zu erreichen.
Die Studie zum Umweltbewusstsein 2024 zeigt, dass der Stellenwert von Umwelt- und Klimaschutz in Deutschland nach wie vor hoch ist. Allerdings nimmt die Bedeutung des Themas seit 2022 ab. Die Dringlichkeit, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen, wird zwar von vielen erkannt, doch der Optimismus schwindet. Nur knapp ein Drittel glaubt, dass Deutschland die Folgen bewältigen kann. Über 80 % der Befragten sehen zudem einen starken Bedarf, den Schutz vor Hitze zu verbessern. Es scheint also, dass wir vor einer großen Herausforderung stehen, die nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag relevant ist.
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