Heute ist der 8.06.2026 und wir schauen mal über die Grenze nach Deutschland, wo ein ganz besonderer Sport derzeit für Aufsehen sorgt: Hobby Horsing. Diese Sportart, die ursprünglich aus Finnland stammt, hat sich in den letzten Jahren auch hierzulande etabliert und erfreut sich vor allem bei Mädchen und Frauen großer Beliebtheit. Es ist ein bisschen verrückt, aber die Aktiven „reiten“ auf Steckenpferden, die mit realistisch aussehenden Plüschköpfen ausgestattet sind. Ja, richtig gehört – es geht wirklich um Steckenpferde!
Der neu gegründete deutsche Hobby Horser Verband, der erst 2023 ins Leben gerufen wurde, hat bereits rund 10.500 Mitglieder. Das ist eine beachtliche Zahl, die zeigt, wie sehr dieser „Schnickschnack“ – wie es vielleicht einige nennen würden – tatsächlich Anklang findet. Bei der zweiten Deutschen Meisterschaft im Mai wurden Wettbewerbe in Dressur, Wettreiten und Hochsprung ausgetragen. Und der Weltrekord im Hochsprung liegt bei imposanten 1,42 Metern. Das muss man sich mal vorstellen! Mit viel Engagement und Training, wie es Nele Nöhrbaß, eine der Pionierinnen des Sports, praktiziert – sie trainiert bis zu fünfmal die Woche und hat über 50.000 Follower auf YouTube und 20.000 auf Instagram.
Hass und Häme in der Hobby Horsing-Community
Doch so schön die Welt des Hobby Horsings auch sein mag, sie hat ihre Schattenseiten. Aktive wie Nöhrbaß und andere, wie Ida Charlotte Tremp, sehen sich häufig mit Hass und Häme konfrontiert. Dabei müssen sie nicht nur mit unqualifizierten Kommentaren umgehen, sondern auch mit ernsthaften Bedrohungen. Es ist erschreckend, dass gerade Frauen, die diesen Sport betreiben, oft mit sexualisierenden Kommentaren und sogar Morddrohungen konfrontiert werden. Psychotherapeut Andy Sharifatpour bringt es auf den Punkt: Der Hass auf diese Sportart ist oft auf deren Weiblichkeit zurückzuführen.
Die Parodien und humorvollen Darstellungen, die in den sozialen Medien verbreitet werden, führen leider häufig zu einer Welle an hasserfüllten Kommentaren. Nele Nöhrbaß hat für sich eine interessante Strategie entwickelt und führt einen Ordner mit Screenshots von negativen Kommentaren. Tremp hingegen ignoriert einfach alles. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung und zeigen, wie unterschiedlich die Betroffenen mit der Situation umgehen. Während Tremp den Wunsch äußert, Kritiker mögen die Aktiven einfach in Ruhe lassen, hat Sharifatpour betont, dass aus dem Gemeinschaftsgefühl Stärke erwachsen kann. Selbstermächtigung scheint hier ein Schlüssel zur Bewältigung des Hasses zu sein.
Gemeinschaft und Unterstützung
Die Hobby-Horsing-Community bietet den Aktiven ein Gefühl der Zugehörigkeit und Unterstützung. In einer Welt, in der viele Sportlerinnen und Sportler oft isoliert sind, schafft diese Gemeinschaft einen Rückhalt, der Gold wert ist. Es ist ein Ort, an dem man sich gegenseitig anfeuert und gemeinsam wächst. Wer hätte gedacht, dass ein Sport mit Steckenpferden so viel mehr sein kann als nur eine Kindheitserinnerung? Die Verbindung zwischen den Mitgliedern ist stark und gibt den Aktiven die Kraft, gegen die negativen Stimmen anzukämpfen.
Hobby Horsing ist also viel mehr als ein Nischensport. Es ist eine Bewegung, die Frauen zusammenbringt, sie stärkt und ihnen eine Plattform bietet, um ihre Leidenschaft auszuleben. Und während die einen belächeln, gibt es viele, die mit Herz und Seele dabei sind. Vielleicht sollten wir uns einfach mal darauf einlassen und die Freude daran entdecken – ganz unabhängig von den Meinungen anderer.
