Am 29. November 2025 besuchte Papst Leo XIV. die berühmte Sultan-Ahmet-Moschee in Istanbul im Rahmen seiner Reise durch die Türkei. Bei diesem Besuch wurde er von dem Chef der staatlichen Religionsbehörde Diyanet empfangen. Die Sicherheitsvorkehrungen waren hoch, als der Papst die Moschee vorschriftsgemäß ohne Schuhe betrat. Die Sultan-Ahmet-Moschee, auch bekannt als Blaue Moschee, zählt zu den bedeutendsten Moscheen in Istanbul und hat eine zentrale Rolle in der islamischen Welt.
In unmittelbarer Nähe zur Hagia Sophia gelegen, wurde die Blaue Moschee im Laufe der Jahrhunderte zu einem kulturhistorischen Symbol. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, Benedikt XVI. und Franziskus, entschied sich Papst Leo XIV. jedoch, während seiner Türkei-Visite nicht die Hagia Sophia zu besuchen. Diese wurde 2020 in eine Moschee umgewandelt, nachdem sie seit 1934 als Museum genutzt wurde. Die Hagia Sophia, die im Jahr 537 eröffnet wurde, gilt als architektonisches Meisterwerk und ein UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Bedeutung des Besuchs
Der Besuch in der Blauen Moschee beinhaltete einen „kurzen Moment des stillen Gebets“, den der Vatikan im Vorfeld angekündigt hatte. Am Nachmittag war ein Treffen mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Bartholomaios I. geplant, in dessen Rahmen eine gemeinsame Erklärung zur Annäherung zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche unterzeichnet werden sollte. Diese Initiative ist besonders bedeutsam, da die orthodoxen Kirchen seit der Kirchenspaltung im Jahr 1054 eigenständig sind. Am Abend des gleichen Tages war eine große Messe vorgesehen.
Die Hagia Sophia, mit ihrem Kuppeldurchmesser von 31 Metern und einer Kuppelhöhe von 56 Metern, war jahrhundertelang das zentrale religiöse Gebäude für die Christliche Orthodoxie und später für den Islam. Die eindrucksvolle Architektur, die von den Architekten Isidor von Milet und Anthemios von Tralleis entworfen wurde, hat nicht nur die Sakralarchitektur in Ost und West beeinflusst, sondern auch zahlreiche bedeutende Mosaiken beherbergt. Diese Mosaiken wurden während der Umwandlung in eine Moschee teilweise übertüncht.
Der Besuch von Papst Leo XIV. in Istanbul stellt einen weiteren Versuch dar, den Dialog zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen zu fördern und die historische Beziehung zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche zu stärken. Mit diesem Schritt möchte der Papst ein Zeichen für Frieden und Verständnis im multikulturellen und multireligiösen Umfeld der Türkei setzen.