Mindestens 15 Menschen wurden getötet und 14 weitere verletzt bei Zusammenstößen zwischen Insassen eines der größten und berüchtigsten Gefängnisse in Ecuador, so die Angaben lokaler Behörden.

Zusammenfassung der Ereignisse

Die Gewalt brach am Dienstagmorgen in einem der Pavilions des Litoral-Gefängnisses in der Küstenstadt Guayaquil aus, wie die nationale Gefängnisbehörde SNAI berichtete. Sowohl Guayaquil, die größte Stadt Ecuadors, als auch das Gefängnis selbst sind für ihre gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden bekannt.

Behördliche Maßnahmen und rechtliche Schritte

Bis Dienstagnachmittag konnten die Behörden die Kontrolle über das Gefängnis zurückgewinnen und führten eine großangelegte Durchsuchung durch. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass gegen mindestens neun Insassen Mordanklagen erhoben werden.

Die gewalttätige Geschichte des ecuadorianischen Gefängnissystems

Das Gefängnissystem in Ecuador war lange Zeit der Hauptschauplatz von Gewalt im Land, wobei in den letzten Jahren Hunderte von Insassen getötet wurden, während konkurrierende kriminelle Organisationen gegeneinander kämpfen. Sicherheitskräfte hatten oft Schwierigkeiten, den Banden in den überfüllten Einrichtungen entgegenzutreten, in denen Insassen dafür bekannt sind, Teile der Gefängnisse zu kontrollieren und kriminelle Netzwerke aus dem Gefängnis heraus zu betreiben.

Wiederholte Vorfälle im Litoral-Gefängnis

Dies ist nur der jüngste gewalttätige Vorfall im Litoral-Gefängnis, das in den letzten Jahren immer wieder mit Unruhen und Massakern in Verbindung gebracht wurde und weithin als das gefährlichste Gefängnis des Landes gilt. Im vergangenen Jahr kamen während eines mehrtägigen Aufstands mehr als 30 Menschen ums Leben, einige wurden enthauptet. Im September 2021 führten Kämpfe zwischen rivalisierenden Banden zu mehr als 100 Toten.

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Tödlicher Vorfall mit der Gefängnisleitung

Vor zwei Monaten wurde die Direktorin des Gefängnisses, María Daniela Icaza, bei einem bewaffneten Angriff während der Rückfahrt nach Hause getötet.

Teile eines größeren Gefängnissystems

Das Litoral-Gefängnis gehört zu fünf Einrichtungen, die ein großes Gefängniskomplex in Guayaquil bilden. Im Januar entkam der berüchtigte Bandenchef José Adolfo „Fito“ Macías aus einer dieser Einrichtungen, was eine Welle von Gewalt im ganzen Land auslöste. Nach diesem Vorfall erklärte Präsident Daniel Noboa den Ausnahmezustand und setzte die Streitkräfte im ganzen Land ein, um gegen Banden und kriminelle Gruppen vorzugehen.

Für diesen Bericht haben CNNs Abel Alvarado und Michael Rios beigetragen.