Die Königin Camilla hat sich mit einem rein weiblichen Produktionsteam für ein kraftvolles neues Dokumentarfilmprojekt zusammengeschlossen, das nächste Woche ausgestrahlt wird. In diesem Film setzt sie sich das Ziel, häusliche Gewalt zu beseitigen.
Ein Blick hinter geschlossene Türen
„Her Majesty The Queen: Behind Closed Doors“ begleitet Camilla, während sie Überlebende von missbräuchlichen Beziehungen trifft. Dazu gehören Mitglieder des britischen Parlaments, hochrangige Polizeibeamte und eine ehemalige Miss England.
Bewusstsein für häusliche Gewalt schaffen
Der Film gewährt einen Einblick in die Bemühungen der Königin, das Bewusstsein für häusliche und sexuelle Gewalt zu schärfen – einem Thema, dem sie sich bereits seit mehreren Jahren widmet. 2020 wurde sie Schirmherrin der Organisation „Save Lives“, die sich für Opfer häuslicher Gewalt einsetzt. Bei ihrem ersten TV-Interview mit CNN im Jahr 2017 sprach sie bereits über dieses wichtige Thema.
Statistiken zur häuslichen Gewalt in Großbritannien
Nach Daten der britischen Regierung wird in England und Wales im Durchschnitt alle fünf Tage eine Frau von einem aktuellen oder ehemaligen Partner getötet. Der neue Film der 77-jährigen Königin hebt hervor, dass Gewalt oft nicht als Teil des Missbrauchs wahrgenommen wird, bis es zu spät ist, um das Opfer zu retten.
Die Rolle des kontrollierenden Verhaltens
Die Kampagnenmacher des Films betonen die Bedeutung des kontrollierenden Verhaltens in der häuslichen Gewalt. Täter richten sich nicht immer gegen offensichtlich Schwache. Ein Beispiel dafür ist die Polizeichefin Sharon Baker von Avon und Somerset, die im Dokumentarfilm zu sehen ist.
In einem Gespräch mit CNN teilte Baker mit, dass sie anfangs niemandem von ihren Erfahrungen erzählt habe. Sie dachte, „niemand wäre bereit zu hören, dass eine Polizistin wie ich ein Opfer sein könnte“. Erst als sie die victim-blaming Sprache einer anderen Überlebenden – einer Mitarbeiterin ihrer eigenen Behörde – hörte, begann sie über ihre eigene Zurückhaltung nachzudenken.
Mythen über häusliche Gewalt entkräften
Baker erklärt: „Es gibt so viele Mythen über häusliche Gewalt. Sie wird oft mit Schwäche assoziiert.“ Sie selbst beschrieb sich damals als stark und selbstbewusst: „Ich ging mit meinem Einsatzhelm zu den Unruhen.“ Als sie schließlich beschloss, ihre eigene Geschichte zu teilen, ermutigte ihr Kollege sie: „Wenn das dir passieren kann, ist es in Ordnung, dass es mir passiert ist.“ Diese Unterstützung bewog Baker dazu, ein sechsminütiges Video innerhalb ihrer Polizeibehörde zu teilen. Über 130 andere Überlebende meldeten sich daraufhin, und sie begannen, sich monatlich zu treffen.
Schutz und Prävention
Baker ist der Überzeugung, dass das Problem „viel verbreiteter ist, als wir denken“ und hofft, dass Camillas Dokumentation das Bewusstsein für häusliche Gewalt schärfen wird. „Kontrollierendes Verhalten ist der größte Indikator für zukünftige Gewalt. Ich habe keine Gewalt erlebt, bis ich versuchte, die Beziehung zu verlassen. Der Zeitpunkt, an dem du Gewalt siehst, könnte bereits zu spät sein.“
Im Jahr 2015 wurde kontrollierendes Verhalten in England und Wales zu einem Straftatbestand. Baker berichtet, wie ihr Ex-Partner gezielt Zweifel in ihren persönlichen Beziehungen säte und sie langsam von ihrem Unterstützungssystem isolierte. „Es gibt überall Warnzeichen, aber dein Täter gibt dir rosarote Brillen auf“, fügte Baker hinzu. „Du kannst die gefährlichen Signale nicht erkennen.“
Der Weg zu mehr Bewusstsein und Unterstützung
Sie hofft, dass die Dokumentation einen Teil der Diskussion über kontrollierendes Verhalten, sowie darüber, wie man sich äußern kann, wenn man sich in einer besorgniserregenden Beziehung befindet, anstoßen wird. Für Camilla ist klar, dass es Fortschritte gegeben hat, aber trotzdem noch viel Arbeit notwendig ist, um häusliche Gewalt zu bekämpfen. „Und ich werde weiter versuchen, bis ich nicht mehr kann“, verspricht sie im Dokumentarfilm.
„Her Majesty The Queen: Behind Closed Doors“ wird am 11. November um 21 Uhr auf dem britischen Sender ITV1 ausgestrahlt.
Hilfe weltweit
Wenn Sie oder jemand, den Sie kennen, von häuslicher Gewalt betroffen sind, finden Sie eine weltweite Liste von Hilfsdiensten auf UN Women. Eine Liste nationaler Agenturen ist ebenfalls erhältlich auf The Pixel Project.