Der Nobelpreis für Frieden 2024 wurde an Nihon Hidankyo, eine Basisorganisation von Überlebenden der Atombombenabwürfe, verliehen. Die Organisation setzt sich für eine Welt ein, die frei von Atomwaffen ist. Die Entscheidung des norwegischen Nobelkomitees hebt die bedeutenden Bemühungen dieser Gruppe hervor, die durch Zeugenaussagen verdeutlicht, dass Atomwaffen niemals wieder eingesetzt werden dürfen.
Nihon Hidankyo und seine Mission
Nihon Hidankyo, auch bekannt als Hibakusha, wurde von Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 gegründet. Diese Organisation steht für Frieden und erinnert an die verheerenden Folgen des Kriegs. In der Mitteilung des Komitees wurde betont: „Eines Tages werden die Überlebenden der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki nicht mehr unter uns sein, um als Zeugen der Geschichte zu berichten.“ Die Bedeutung ihres Erbes bleibt jedoch durch eine starke Kultur des Gedenkens lebendig.
Die Bedeutung des Nobelpreises
Dan Smith, der Direktor des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI), äußerte sich gegenüber CNN über die Vergabe des diesjährigen Preises an die Hibakusha. Er erklärte, dass er „entzückt“ sei über diese Auszeichnung und erinnerte daran, dass viele führenden Politiker, wie Michail Gorbatschow und Ronald Reagan, im Jahr 1985 feststellten: „Ein Atomkrieg kann niemals gewonnen werden und darf niemals geführt werden.“ Die Hibakusha seien das tägliche Mahnmal für diese Wahrheit.
Der Nukleartabu steht unter Druck
Das Nobelkomitee lobte Nihon Hidankyo dafür, dass es zur Aufrechterhaltung des Nukleartabus beiträgt, welches als „Voraussetzung für eine friedliche Zukunft der Menschheit“ gilt. Die Entscheidung zeigt, dass seit fast 80 Jahren keine atomaren Waffen im Krieg eingesetzt wurden, was ein positives Zeichen ist.
Jedoch wurde auch zugegeben, dass der diesjährige Preis zu einem Zeitpunkt verliehen wurde, an dem dieses Tabu „unter Druck steht“. Jørgen Watne Frydnes, der Vorsitzende des Komitees, erklärte: „Die Geschichten und Zeugenaussagen der Hibakusha sind eine wichtige Erinnerung daran, wie inakzeptabel der Einsatz von Atomwaffen ist.“