Islamabad – Am Montag setzte die Polizei in Pakistan Tränengas ein, um die Anhänger des inhaftierten ehemaligen Premierministers Imran Khan daran zu hindern, in die Hauptstadt einzudringen. Diese hatten gehofft, einen Sit-in durchzuführen, um seine Freilassung zu fordern, so die Behörden.

Proteste trotz Verbote

Der Einsatz von Tränengas erfolgte kurz nachdem die Demonstranten – die aus dem unruhigen Nordwesten 150 Kilometer (93 Meilen) angereist waren – in der Nähe von Islamabad eintrafen und sich versammelten. Trotz eines Lockdowns, dem Einsatz von Tränengas und weitreichenden Festnahmen setzten sie ihren Protest fort, obwohl Versammlungen in der Stadt verboten sind.

Politische Spannungen und internationale Aufmerksamkeit

Diese Entwicklungen ereigneten sich einen Tag, nachdem die Führung von Khans Partei den „langen Marsch“ fortsetzte, während der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko zu einem dreitägigen Besuch ankam. Er wurde am Montagabend am Flughafen nahe der Hauptstadt von Premierminister Shehbaz Sharif empfangen.

Zusammenstöße und Verletzte

Behörden berichteten, dass mindestens ein Polizeibeamter getötet und mehrere Beamte sowie Demonstranten bei den Zusammenstößen verletzt wurden. Die Marschierenden schienen entschlossen, Islamabad zu erreichen, wo der seit zwei Tagen bestehende Lockdown das tägliche Leben erheblich beeinträchtigt hat.

Verhandlungen der Regierung

Die Regierung führte Gespräche mit Khans Partei, um weitere Gewalt zu verhindern, so die offiziellen Stellen. Innenminister Mohsin Naqvi erklärte nach Mitternacht, dass die Regierung bereit sei, den Khan-Anhängern eine Versammlung am Stadtrand von Islamabad zu gestatten, aber drohte mit strengen Maßnahmen, falls sie in die Stadt eindringen würden.

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Beliebtheit von Imran Khan

Imran Khan, der seit über einem Jahr im Gefängnis sitzt und mit mehr als 150 Strafverfahren konfrontiert ist, bleibt bei den Menschen beliebt. Seine Partei, die Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI), betont, dass die Verfahren politisch motiviert seien.

Demonstrationen und Sicherheitslage

Ein Konvoi mit Demonstranten wurde erwartet, der am Montagabend in die Hauptstadt einfahren wollte. Sicherheitsbeamte rechneten mit etwa 9.000 bis 11.000 Demonstranten, während die PTI von einer wesentlich höheren Zahl ausging.

Reaktionen der Demonstranten

In sozialen Medien waren Videos zu sehen, in denen Khan-Anhänger mit Gasmasken und Schutzbrillen ausgestattet waren. Die Reise zwischen Islamabad und anderen Städten ist nahezu unmöglich geworden. Krankenwagen und Autos mussten bereits von den als Blockade genutzten Verkehrswegen abdrehen.

Forderungen nach Freiheit

„Wir sind entschlossen, und wir werden nach Islamabad gelangen, trotz des Einsatzes von Tränengas durch die Polizei“, erklärte der PTI-Seniorenführer Kamran Bangash gegenüber der Associated Press. „Wir werden alle Hürden nacheinander überwinden, und unsere Unterstützer entfernen die Container von den Straßen.“

Unterstützung durch Familie

Bangash berichtete auch, dass Khans Frau, Bushra Bibi, die kürzlich gegen Kaution in einem Korruptionsfall freigelassen wurde, den Marsch zusammen mit Ali Amin Gandapur, dem Ministerpräsidenten in Khyber Pakhtunkhwa, anführen wird, wo Khans Partei an der Macht ist.

Kritik an Protesten

Die Proteste stießen auf Kritik, da sie auch negative Auswirkungen auf die bereits fragile Wirtschaft des Landes haben. Einige Ökonomen warnen, dass die Demonstrationen Billionen von Rupien an Schäden verursachen.

Rechtliche Situation von Imran Khan

Die Behörden erkärten, dass nur Gerichtsurteile die Freilassung von Khan anordnen könnten, der 2022 durch ein Misstrauensvotum aus dem Parlament gestürzt wurde. Seit seiner ersten Verurteilung in einem Korruptionsfall im August 2023 ist er inhaftiert. Khan ist in mehreren Fällen zu Haftstrafen verurteilt worden, seine Urteile wurden jedoch in der Berufung aufgehoben, doch aufgrund anderer anhängiger Verfahren kann er nicht freigelassen werden.