Der Direktor des National Economic Council, Kevin Hassett, verteidigte am Sonntag die Entscheidung von Donald Trump, die Kommissarin für das Bureau of Labor Statistics (BLS), Erika McEntarfer, zu entlassen. Er erklärte, der Präsident wolle „seine eigenen Leute dort haben“.

Schwache Arbeitsmarktzahlen und deren Auswirkungen

Letzte Woche sorgte ein schwächer als erwarteter Arbeitsmarktbericht für Unruhe in der Wirtschaft – und bei Trump. Der monatliche Bericht des Bureau of Labor Statistics für Juli offenbarte, dass die US-Wirtschaft nur 73.000 neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Zudem wurden die monatlichen Gesamtzahlen für Mai und Juni um insgesamt 258.000 Arbeitsplätze nach unten korrigiert.

Nach der Veröffentlichung des Berichts äußerte Trump auf Truth Social, dass die heutigen Arbeitsmarktzahlen „MANIPULIERT“ worden seien, um die Republikaner und ihn selbst schlecht dastehen zu lassen. Später kündigte er die Entlassung von McEntarfer an.

Unbegründete Vorwürfe und Zukunftsvisionen

Hassett konnte keine Beweise für die Ungenauigkeit des Berichts vorlegen und sagte in der NBC-Sendung „Meet the Press“, dass die „Revisionen handfeste Beweise“ dafür seien, dass die Arbeitsmarktdaten gefälscht worden seien. Er meinte, es brauche “einen frischen Blick” auf das BLS.

In einer weiteren Analyse auf „Fox News Sunday“ argumentierte Hassett, dass er als BLS-Leiter bei der größten Revision in 50 Jahren einen sehr detaillierten Bericht verfassen würde, um die Gründe dafür zu erläutern. Er behauptete ohne Beweise, dass es „parteiliche Muster“ in den Arbeitslosendaten gebe und dass „Daten keine Propaganda sein dürften“.

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Der ehemalige BLS-Kommissar William Beach, der während Trumps erster Amtszeit 2017 ernannt wurde und auch unter Präsident Joe Biden diente, äußerte sich am Sonntag in CNNs „State of the Union“, dass er trotz der Entlassung von McEntarfer weiterhin an den Daten kommender Arbeitsmarktberichte glauben werde. Allerdings fordert er Trump auf, sich in seiner Rhetorik gegen McEntarfer und das Bureau zurückzuhalten. Beach bezeichnete die Entlassung als „grundlos“ und merkte an, dass sie das Vertrauen in das Bureau untergräbt und Fragen zur Wahrnehmung zukünftiger Berichte aufwirft.

Tarifverhandlungen und wirtschaftliche Auswirkungen

Hassett erklärte in „Meet the Press“, dass die Vereinbarungen mit den Handelspartern der USA „mehr oder weniger festgelegt“ seien, da neue Zölle am Donnerstag in Kraft treten. „Es muss an den Rändern etwas getan werden, wenn es darum geht, was wir damit meinen, wenn wir dies oder das tun”, fügte Hassett hinzu und betonte, dass es am Ende davon abhängt, ob Trump „diese Deals mag“.

Die Trump-Administration versprach im April „90 Deals in 90 Tagen“, blieb jedoch weit hinter diesem Ziel zurück. Hassett behauptete, es gebe Rahmenvereinbarungen mit etwa acht großen Handelspartnern, darunter Zölle von 15% auf die Europäische Union, Japan und Südkorea. Diese Handelsabkommen, die Zölle in unterschiedlichem Maße beibehalten, wurden neben einer Vielzahl neuer Zollsätze auf viele der Handelspartner der USA in Trumps Ankündigung letzte Woche aufgelistet. Zu den höchsten Zöllen gehören 50% auf Brasilien, 40% auf Myanmar und 39% auf die Schweiz.

Marktreaktionen und Zukunftsausblick

Während die Kürzung der Zollsätze bei einigen Ökonomen und Investoren Erleichterung hervorrief, die befürchteten, dass Zölle von bis zu 72% oder 90% für einige Länder auferlegt werden könnten, bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der neuen Zölle im August und wie die Finanzmärkte darauf reagieren werden. “Diese Zölle sind keine Arbeitsplatzschaffer”, bemerkte Summers in „The Week“. Er führte die Stahl- und Automobilindustrie als Beispiele an, in denen Arbeitsplätze weniger wettbewerbsfähig werden könnten, „wenn sie versuchen, sich weltweit durchzusetzen”.

Auf die Frage, ob Trump bei negativen Marktreaktionen seine Zollpolitik ändern könnte, sagte Hassett: „Das sind die endgültigen Handelsabkommen.” Allerdings gibt es immer noch kein Abkommen mit China, während die Frist am 12. August näher rückt, da die USA und China einer 90-tägigen Waffenruhe in Genf zugestimmt haben. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer äußerte am Sonntag, dass ein Handelsabkommen mit Peking möglicherweise weiter verzögert wird. Dies ist derzeit Gegenstand der Gespräche, und Greer betonte, dass die Gespräche mit den Chinesen sehr positiv verlaufen.

Wirtschaftliche Abhängigkeiten

Ein vollumfänglicher Handelskrieg könnte sowohl die USA als auch China stark schwächen. Die USA sind von China in vielen Bereichen abhängig: von Unterhaltungselektronik über seltene Erden, die für die Herstellung von Elektrofahrzeugen und für militärische Anwendungen sowie Robotik verwendet werden, bis hin zu pharmazeutischen Produkten, die in lebensrettenden Medikamenten eingesetzt werden. US-Exporte von Agrarprodukten wie Sojabohnen und Sorghum nach China sind entscheidend für die Einkünfte amerikanischer Landwirte.

Die Trump-Administration hat behauptet, dass Unternehmen und andere Länder „die Zölle zahlen, nicht die Verbraucher“. Doch die Preise für einige amerikanische Produkte sind in den letzten Monaten gestiegen, da Spielzeug, Möbel, Bekleidung und Schuhe laut einer Analyse von DataWeave, die 200.000 Produkte einbezog, „zusehends teurer“ werden.