Ein nächtlicher Zwischenfall auf der B312 zwischen Biberach und Ochsenhausen hat erneut auf die Gefahren des Wildwechsels hingewiesen. In den frühen Morgenstunden, genauer gesagt um 0:45 Uhr, war ein 33-Jähriger mit seinem Dacia unterwegs, als plötzlich drei Rehe die Straße kreuzten. Auf Höhe eines Waldstücks kurz vor Längenmoos war es dann passiert: Der Autofahrer konnte nicht rechtzeitig bremsen und erfasste eines der Tiere, das dabei sein Leben verlor. Die zwei anderen Rehe flüchteten ins angrenzende Feld. Der Sachschaden am Fahrzeug wurde von der Polizei auf etwa 3.000 Euro geschätzt.

Die Polizei nutzt diesen Vorfall, um auf die erhöhte Gefahr von Wildunfällen hinzuweisen, besonders in den frühen Morgenstunden und bei Dämmerung. Autofahrer sollten in diesen Zeiten besonders aufmerksam sein. Vor allem auf Straßen mit Warnschildern, die auf häufige Wildunfälle hinweisen, ist es wichtig, langsam zu fahren und bremsbereit zu sein. Bei Sichtung von Wildtieren auf oder neben der Straße empfiehlt die Polizei, das Fernlicht abzublenden, zu bremsen, zu hupen und gegebenenfalls anzuhalten. Die Warnblinkanlage sollte eingeschaltet werden, um nachfolgende Verkehrsteilnehmer zu warnen. Das Einhalten eines Sicherheitsabstands zum vorausfahrenden Fahrzeug ist ebenfalls entscheidend, da dieses möglicherweise wegen Wildbremsen muss.

Prävention und Verhalten bei Wildunfällen

Besonders spannend ist, dass Wildtiere oft in Gruppen auftreten. Daher kann es sein, dass bei Sichtung eines Tieres noch weitere in der Nähe sind. Bei einem Wildunfall ist es wichtig, die Unfallstelle umgehend zu sichern. Dazu gehört das Einschalten des Warnblinklichts und das Aufstellen eines Warndreiecks. Verletzte oder getötete Tiere dürfen auf keinen Fall angefasst oder mitgenommen werden. Stattdessen sollte die Polizei verständigt werden, die den zuständigen Jagdpächter informiert. Autofahrer erhalten dann eine Wildunfallbescheinigung, um den Schaden bei ihrer Kaskoversicherung geltend zu machen. Ein ganz normaler Ablauf, könnte man denken, aber die Realität sieht oft anders aus.

Wildunfälle sind in bestimmten Jahreszeiten besonders häufig. Studien zeigen, dass sie vor allem im Frühling (April und Mai) sowie im Herbst (Oktober bis Dezember) zunehmen. Der Grund? Die erhöhte Aktivität der Tiere in diesen Monaten, die auf die Suche nach Lebensräumen und die Paarungszeit zurückzuführen ist. Komischerweise fällt die Dämmerungsaktivität der Wildtiere nach der Zeitumstellung im Herbst mit dem Pendelverkehr zusammen, was das Risiko von Wildunfällen weiter steigert. Nach Sonnenuntergang sind die Tiere besonders aktiv und überqueren häufig Straßen. Es ist also nicht nur eine theoretische Warnung, die Autofahrer beachten sollten, sondern eine ganz reale Gefahr, die jederzeit zuschlagen kann.

Ein Projekt mit GPS-Halsbandsendern für Rehe hat gezeigt, dass einige Tiere bis zu 60 Mal pro Woche Straßen überqueren, während andere es nur gelegentlich tun. Die Analyse von 13.689 Straßenüberquerungen hat eindrucksvoll belegt, dass die Kombination aus hohem Verkehr und wildtieraktiven Zeiten im Herbst und Winter eine explosive Mischung darstellt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Wildunfall kommt, ist besonders hoch zwischen 16 und 17 Uhr.

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Die Sensibilisierung der Autofahrer ist somit von größter Bedeutung. Wenn jeder ein wenig mehr aufpasst, vielleicht die Geschwindigkeit drosselt und die Augen offen hält, kann das Leben von Mensch und Tier gerettet werden. Und das ist doch ein guter Grund, um in den Morgenstunden besonders wachsam zu sein!